Posted by herr.filmtanz on Jun 22, 2014

Aku no kyôten – Lesson of the Evil | Takashi Miike | BlitzKritik

[21.06.2014 #1349] Lesson of the Evil (Aku no kyôten, Thriller, Japan, 2012)

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“Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht und MacHeath, der hat ein Messer – doch das Messer sieht man nicht.”

Den Song aus der Dreigroschenoper in einem japanischen Film zu hören, ist mit Sicherheit schon mal eine sehr schräge Nummer. Der japanische Regisseur Takashi Miike schert sich wirklich einen Dreck um Moralität und Erlaubtes. Irgendwie hat man den Eindruck, dass der Regisseur Takashi Miike eines Tages aufgewacht ist und zu sich sagte, wenn ich den gefühlt tausendsten Teen Highschool Film, mit den hübschen japanischen Schulmädchen ertragen muss, dreh ich durch. Also, warum nicht mal selbst einen Highschool Film drehen, mit der Durchschlagskraft einer Schrotflinte ?

Ultra brutal, kalt und bedingungslos überschreitet der Regisseur Takashi Miike im letzen drittel jegliche Geschmacksgrenze. Hier wird auch schonmal der Name einer Schülerin an dem Geruch eines gebrauchten Höschens erkannt.  Wenn der Englischlehrer Seiji Hasumi mit seiner Schrotflinte durch die Schule zieht, fliegen die Fetzen am laufenden Band. Durch das Schulprojekt mit seiner unwirklichen Kulisse verschiebt sich das Blutbad am Ende durch seine Überzeichnung sehr gekonnt in Richtung Humor. Erschreckend auf der einen Seite, aber auf seine ganz eigene Art auch eine Meisterleistung.

In Bezug auf die Gedanken des japanischen Regisseurs Takashi Miike könnte es auch unkompliziert so lauten – Wisst ihr was, mir ist es scheiß Egal, welche moralischen Verwerfungen mir die Kritiker andichten, diese Breitseite brauchte die Unerträglichkeit des Highschool Films, ich fühle mich jetzt besser :-)

Englischlehrer Seiji Hasumi (Hideaki Itô) ist jung, attraktiv und wird von Schülern wie auch Kollegen vergöttert. Doch hinter seiner charmanten Fassade verbirgt sich ein gestörter Soziopath. Mitgefühl und ein Gewissen sind Hasumi fremd. Auf Vergehen wie Schummeln oder Mobbing folgen daher bald Maßregelungen der besonderen Art: Er erpresst, foltert und ermordet seine Schüler, um im Unterricht wieder Ordnung herzustellen. Auch cholerische Eltern und misstrauische Kollegen müssen dran glauben, bis er sich ganz und gar in seinem Blutrausch verliert und ein nicht mehr zu vertuschendes Massaker begeht. Aber selbst in den Fängen der Polizei weiß sich Hasumi zu helfen.
Regie: Takashi Miike, Hideaki Ito, Kento Hayashi, Takayuki Yamada, Shôta Sometani, Fumi Nikaidô

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