Posted by herr.filmtanz on Jun 23, 2014

Weil ich schöner bin [Kritik]

[22.06.2014 #1351] Weil ich schöner bin (Drama, Jugendfilm, Deutschland, 2012)

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Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, Blieben darunter verborgen und dann.

Willkommen in Berlin, oder auch nicht, wenn man illegal und ohne Papiere in Berlin lebt. In Berlin leben schätzungsweise fünfzigtausend  Menschen ohne Papiere. Es ist ein Leben voller Angst, bei jedem klingeln an der Tür, bei jedem unerwarteten Vorfall, welcher ein vorzeigen der Papiere erfordert.  Charo (Mariangel Böhnke) ist dreizehn, und sie lebt mit ihrer Mutter unter diesen Bedingungen in Berlin. Im diesem Films stehen Charo und ihre beste Freundin Laura (Mira Aring) im Mittelpunkt, Laura weiß von der Illegalität in Bezug auf den Aufenthalt in Deutschland nichts.

Die beiden sind echt wie einen Sack Flöhe hüten, niemand kann wissen wo der nächste Sprung hingeht, was in Bezug auf Charo auch wirklich gefährlich sein kann, denkt man hier an den “Bankraub” mit einer Beute die noch lebendig ist. Eine wunderbare Szene, sehr gekonnt umgesetzt im Comic-Style :-) Irgendwann klingelt es aber an der Wohnungstür, die Mutter wird ohne Papiere erwischt und aufgefordert innerhalb von zwei Wochen nach Kolumbien auszufliegen, mit Charo.

Ich möchte an dieser Stelle den Regisseur Frieder Schlaich zitieren.
“Die Kraft und der Konflikt der Hauptfigur Charo haben mich in dem Drehbuch von Claudia Schaefer sofort angesprochen. Jugendliche Filmhelden, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen, die die Welt noch nicht richtig verstehen und doch schon mit all ihren Härten konfrontiert sind, finde ich besonders spannend … Die Besetzung mit Mariangel Böhnke als Charo war für mich ein wichtiger Antrieb den Film zu machen. Sie war von der ersten Begegnung an völlig anders als andere Kinder. Sie war sprunghaft, unberechenbar, verschlossen, aggressiv und gleichzeitig strahlend. Sie hat mich neugierig gemacht, und bei allen Schwierigkeiten, die wir auch hatten, viel in den Film eingebracht…” – Wer sich mit dem Film beschäftigen möchte, hier gibt es die komplette Information zum Film und auch die echte Story -> WEIL ICH SCHÖNER BIN – Filmgalerie 451

Die beiden Teenager Mariangel Böhnke und Mira Aring spielen ihre Rollen authentisch und unglaublich fühlbar, ganz toll.  Es ist ein Film im Leben junger Menschen die lernen, Vertrauen zuzulassen und Verständnis zu reflektieren. Es ist auch ein Film der die Problematik dieser Situation sehr fühlbar macht. Besonders in stillen Momenten gelingt es dem Regisseur Frieder Schlaich, den Film diktatfrei und tief im Herzen zu fühlen. Vielen Dank an den Regisseur, die Tränen von Herzen hab ich für den Film gerne vergossen. In Deutschland gibt es viel zu wenige wichtige Jugendfilme wie diesen, vielen Danke Frieder Schlaich dafür :-)

Charo (Mariangel Böhnke) ist dreizehn, geht mit ihren Freunden in Berlin zur Schule und hat den coolsten aller Jungs im Visier. Ein ganz normales Teenie-Leben. Scheinbar. Denn was niemand weiß: Charo lebt seit Jahren ohne Papiere in Deutschland. Nicht einmal ihre beste Freundin Laura (Mira Aring) darf das wissen. Die Probleme spitzen sich zu, als ihre Mutter von der Polizei geschnappt wird und mit ihr nach Kolumbien zurück will. Charo muss sich Laura anvertrauen, denn allein schafft sie nicht, was sie unbedingt will: um ihre Zukunft in Deutschland kämpfen.

Pubertät, Vertrauen, prekäre Lebensverhältnisse und Betrügereien – ‘Weil ich schöner bin’ verquickt eine lebendige Teenager-Story mit dem Ausnahmezustand Illegalität, der Film basiert dazu auf einer wahren Geschichte.
Regie: Frieder Schlaich, Schauspieler: Mariangel Böhnke, Angeles Aparicio, Mira Aring, Denis Bineytioglu, Ina Gercke

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