Otto; or Up with Dead People | Kritik | ARTHOUSE CINEMA
Posted by herr.filmtanz on Aug 11, 2014

Otto; or Up with Dead People | Kritik

[09.08.2014 #1391] Otto; or Up with Dead People (Horror, Komödie, Reflektion, Gesellschaft, Deutschland, 2012)

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Da steigt mal eben der Zombie Otto aus dem Grab und findet sich in unserer Gesellschaft wieder. Ich kannte den Regisseur Bruce LaBruce vorher nicht, hatte mich aber vorher in der Kritik von Joachim zum dem Film auf Kinozeit schlau gemacht. Hier ist die Rede davon, dass Bruce sich selbst als gerne “meistgehassten Mann des Filmbusiness” sieht. Beschäfftigt man sich dann mal kurz mit Bruce, kommt man recht schnell zu seiner Homepage, welche strengstens FSK18 ist und hier nicht verlinkt wird. Die Bilder haben aber zum Teil eine Aussagekraft, welche zwar wie aus einem Sturm im Gehirn von Bruce entstanden sind, aber auch was interessantes haben, mit einem harten Transport.

Der Film Otto; or Up with Dead People ist eine Art Gay-Polit-Porno-Zombie-Streifen, und hat man die Fotos genau angeschaut wird einem klar, er wollte Menschen beleuchten die etwas anders sind und von unserer Gesellschaft im Grunde weder gesehen und beachtet werden. Wie gesagt Otto ist ein Zombie und er braucht Fleisch. Am Anfang fand ich die Szenen wo Otto die toten Tiere (Vogel, Hase) frisst echt widerlich (das wird explizit gezeigt), kurze Zeit später schaltete mein Gehirn aber um auf  “Die meisten Menschen sind widerlich und fressen selbst jeden Tag tote Tiere”. Das begehren nach Fleisch überträgt sich aber dann auch sofort im Gehirn auf das körperliche Begehren nach einem anderen Körper.

Bruce will und fordert von seinen Zuschauern, dass man sich mit unserer Welt, Atomkrieg, Ausbeutung, Müllberge … und im besonderen ausgestoßenen Menschen auseinandersetzt. Bruce macht das auf seine ganz eigene Art, welche zwar im ersten Moment hart erscheint, aber irgendwie auch sehr beeindruckend ist. Er kennt keine Regeln wenn er sein Gehirn und seine Gedanken über die Gesellschaft in einen Film reflektiert, und das ist auch gut so.

Der Film ist sehr explizit, auch was die Liebe unter Männern betrifft, im Abgang im Gehirn aber auch sehr politisch. Bruce ist wirklich ein rauer Regisseur, beachtenswert ist er auf jeden Fall und der Film ebenfalls.

Fazit: Ich bin echt sehr hart angebunden was Filmhandschrift betrifft, welche hier unsere Gesellschaft brutal und nachhaltig beleuchtet im Nachhall im Gehirn. Empfehlen kann ich diesen FSK18 Streifen aber nur Menschen, welche bereit sind anders und stürmischer zu Denken.

Schaut mal auf die Straße, überall Zombies des Lebens.

Ein junger Zombie namens Otto (Jey Crisfar) taucht an einer abgelegenen Landstraße auf. Er hat nicht die geringste Ahnung, woher er kommt und wohin er will. Nachdem er als Anhalter nach Berlin gelangt ist und ein Unterkommen in einem stillgelegten Vergnügungspark gefunden hat, erkundet er die Stadt. Schon nach kurzer Zeit wird die Underground-Regisseurin Medea Yarn (Katharina Klewinghaus) auf ihn aufmerksam. Sie beginnt mit den Aufnahmen zu einem Doku­men­tar­film über ihn und wird dabei von ihrer Freundin Hella Bent (Susanne Sachße) sowie ihrem Bruder Adolf (Guido Sommer), der die Kamera führt, unterstützt. Gleichzeit ist Medea bemüht, ‘Up With Dead People’ fertigzustellen – einen episch angelegten Polit-Porno-Zombie-Streifen, an dem sie schon seit Jahren werkelt. Sie überredet ihren Hauptdarsteller Fritz Fritze (Marcel Schlutt), den sensiblen Otto in seinem Gästezimmer aufzunehmen. Als Otto eine Brieftasche entdeckt, die Informationen über seine Vergangenheit enthält, beginnt er, sich an Einzelheiten aus der Zeit vor seinem Tod zu erinnern, zum Beispiel an seinen Ex-Freund Rudolf (Gio Black Peter). Er arrangiert ein Treffen mit ihm auf jenem Schulhof, auf dem sich die beiden zum ersten Mal begegneten – und zwar mit verheerenden Folgen.

Regie: Bruce LaBruce, Schauspieler: Jey Crisfar, Katharina Klewinghaus, Susanne Sachße, Marcel Schlutt, Guido Sommer

Otto - Or Up With Dead People

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