NORDSTRAND | Martin Schleiß | Daniel Michel | Florian Eichinger | Kritik | ARTHOUSE CINEMA
Posted by herr.filmtanz on Sep 9, 2014

NORDSTRAND | Martin Schleiß | Daniel Michel | Florian Eichinger | Kritik

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Florian Eichinger hat bereits 2008 mit dem privat finanzierten ersten Langfilm Bergfest einen sehr sehenswerten Film hingelegt. In seinem Film Nordstrand treffen Marten (Martin Schleiß) und sein jüngerer Bruder Volker (Daniel Michel) nach acht Jahren im zur Zeit verlassenen Elternhaus an der Nordsee aufeinander. Bereits beim betreten des verlassenen Hauses, die Mutter befindet sich in Haft, wird durch die Art und Weise, wie die Kamera beobachtet klar, hier haben sich in der Kindheit Dinge zugetragen, welche besonders den jüngeren Bruder nicht mit Glück beschert haben. Die stillen Beobachtungen der Wohnung, welche man am Anfang mit Marten erlebt, füllen sich mit der Zeit mit Erinnerungen. Gezeigt werden diese durch kurze Rückblenden. Volker möchte das Haus so schnell wie möglich verkaufen, während Marten einen familiären Neuanfang anstrebt. 

Dem Regisseur Florian Eichinger ist hier ein sehr fesselnder Film gelungen welcher aufzeigt, dass körperlicher Schmerz in der Kindheit genau so verheerende Folgen auf das weitere Leben haben kann wie auch seelischer Schmerz. Der Regisseur schafft dieses mit Intelligenz und Intensität. Dazu braucht er nur zwei Schauspieler wie Martin Schleiß und Daniel Michel, welche hier bewundernswert überzeugend durch den ganzen Film tragen. Besonders Martin Schleiß, welcher auch schon in Bergfest mitgespielt hat, liefert hier eine grandiose Darbietung.

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NORDSTRAND ist nach BERGFEST der zweite Teil einer als Trilogie geplanten Filmreihe und eine grandiose Entwicklung des Regisseurs. Ich empfehle sie in dieser Reihenfolge zu schauen. Der Regisseur Florian Eichinger hat mich mit seinem intensiven Werk NORDSTRAND gefesselt und überzeugt. Mit Hochachtung verbleibt man in höchster Erwartung auf seinen dritten Film.

Der 30-jährige Marten (Martin Schleiß) und sein 27-jähriger Bruder Volker (Daniel Michel) treffen im verlassenen Elternhaus an der Nordsee zum ersten Mal seit Langem wieder aufeinander. Ihre Mutter soll bald aus der Haft entlassen werden, wo sie seit dem Tod des Vaters sitzt, und Marten möchte den jüngeren Bruder dazu bewegen, sie gemeinsam abzuholen. Doch Volker will von einem familiären Neuanfang nichts wissen, er scheint nur gekommen um das Haus zu verkaufen. Seiner Mutter wirft er bis heute vor, dass sie nicht in der Lage war, ihn als Kind vor den Übergriffen des Vaters zu beschützen. Und mit Marten, der sich als älterer Bruder mitschuldig an den damaligen Ereignissen fühlt, treibt Volker offenbar ein seltsames Spiel.
Regie: Florian Eichinger
Schauspieler: Anna Thalbach, Luise Berndt, Martin Schleiß, Daniel Michel, Martina Krauel, Rainer Wöss, Jan Waßmuth
Drama, Deutschland, 2013

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