Posted by herr.filmtanz on Aug 23, 2014

Im August in Osage County | Kritik

[22.08.2014 #1408] Osage County (Drama, Komödie, USA, 2013)

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Bei der Familie wollte ich nicht mal tot überm Gartenzaun hängen. Am Arsch der Welt, in den Great Plains, leben Violet (Meryl Streep) und Beverly (Sam Shepard) zusammen. Violet ist ein Tabletten-Wrack und ihr Mann Beverly kann das Leben nur mit Alkohol ertragen, das ist faktisch eine Art Ehevertrag, wie Beverly am Anfang erklärt. Doch eines Tages ist Beverly verschwunden, Selbstmord ? Zur Trauerfeier reisen dann die drei Töchter samt ihres Anhangs an, Barbara (Julia Roberts), Tochter Ivy (Julianne Nicholson) und Karen (Juliette Lewis). Bei dem Leichenschmaus im Kreise der Familie sollte man sich eigentlich gegenseitigen Trost spenden und einmal innehalten, aber davon ist hier wirklich keine Spur.

Violet hat Mundhöhlenkrebs und man könnte sagen, das Gift welches sie mit den Zigaretten einatmet, atmet sie in einer sehr hohen Potenz mit teuflisch giftigen Worten wieder aus. Überhaupt gilt für alle Mitglieder der Familie, welche hier scharf und präzise durchgezeichnet werden in diesem Staraufgebot von Schauspielern folgendes. Die Schärfe der Klinge mit denen ihre Worte geschrieben sind, kommen direkt aus der Feder des Teufels persönlich. Dialoge die ich mit diabolischem Hunger verschlungen habe sind es, ganz fantastisch 😀

Lügen das sich die Balken biegen, so etwas erlebt man eigentlich nur auf einer Beerdigung und dem darauf folgenden Leichenschmaus, bestimmt aber nicht in diesem Film. Meryl Streep als Mutter spielt hier in Schlüsselmomenten zusammen mit Julia Roberts als Tochter die Leinwand in Grund und Boden, und das gilt auch der Zeichnung der Figuren entsprechend für die anderen Schauspieler wie Juliette Lewis 😀 Eine großartige Verfilmung des Bühnenstücks von Tracy Letts. Ein Dialogschmaus der gewitterartig richtig gut geschmeckt hat 😀 Klasse 😀

“Wenn man Fleisch isst, isst man gleichzeitig die Furcht mit, als es für euch geschlachtet wurde.” Ein Zitat aus dem Film beim Leichenschmaus der Familie.

‘Im August in Osage County’ präsentiert ein darstellerisches Gipfeltreffen der Superlative: Meryl Streep und Julia Roberts erstmals gemeinsam in einem Film, in John Wells’ meisterliche Adaption von Tracy Letts Broadway-Hit vereint die dramatische Wucht eines Tennessee-Williams-Stücks mit einer guten Portion abgründigsten Humors. Eine beeindruckende Phalanx von Hollywood-Superstars – Ewan McGregor, Chris Cooper, Sam Shepard, Juliette Lewis, Dermot Mulroney und Benedict Cumberbatch – lässt das Diven-Duell zwischen Streep und Roberts zu einem Psycho-Inferno der Extraklasse eskalieren. Daddy ist tot. Aus diesem traurigen Anlass reisen seine drei Töchter samt Partnern heim zu ihrer Mutter Violet nach Osage County, Oklahoma. Kein Vergnügungs-Trip auch deshalb, weil Violet mit den Jahren zu einer verbitterten, zynischen und wegen ihrer Tablettensucht ganz und gar unberechenbaren Furie mutiert ist. Ihre ständigen Provokationen und Sticheleien bringen pünktlich zum Leichenschmaus das Fass zum Überlaufen und allerhand dunkle Familiengeheimnisse ans Tageslicht: Tochter Nr. 1 hat sich von ihrem treulosen Ehemann getrennt, Nr. 2 ist heimlich in ihren Cousin verliebt, und der Lover von Nr. 3 macht sich schamlos an die Tochter von Nr. 1 heran. Damit hat die Schlammschlacht allerdings erst begonnen.
Nach dem rätselhaften Tod von Beverly Weston (Sam Shepard) kommt die Familie aus allen Himmelsrichtungen zurück nach Osage County. Mutter Violet (Meryl Streep), bissig und verbittert, trauert auf ihre eigene, unversöhnliche Weise. Sie schluckt mehr Schmerzmittel als ihr gut tut und lässt an nichts und niemandem ein gutes Haar. In ihrem Haus im schwülheißen Oklahoma sind weder die drei Töchter noch die angeheiratete Verwandtschaft vor ihren Beschimpfungen sicher. So dauert es nicht lange, bis alte und neue Konflikte aufbrechen und man sich buchstäblich an die Kehle geht. Für die Töchter Barbara (Julia Roberts), Karen (Juliette Lewis) und Ivy (Julianne Nicholson) ist klar, dass etwas geschehen muss. Aber Violet ist längst nicht so hilflos, wie alle glauben. Besser als jeder andere durchschaut sie, was sich hinter den Kulissen abspielt. Und sie kennt auch die intimsten Familiengeheimnisse.

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