Posted by herr.filmtanz on Sep 12, 2014

Lilja-4-ever | Kritik

lilja-4-ever1

Durch die Authentizität und die distanzlose Nähe zur Hauptfigur Lilja, welche hier der schwedische Regisseur Lukas Moodysson geschaffen hat, ist Lilja-4-ever ein Film der einen selbst an die Grenzen des Verkraftbaren bringt. Bei all dem Leid und der Hoffnungslosigkeit, welche man mit Lilja sehr schmerzhaft mitfühlt, ist man dem Regisseur für die letzte Einstellung in dem Film dankbar. Ein für alle Zeiten unvergessener Film, bei dem ich mich danach körperlich gefühlt habe, als wäre ich aus den Wolken ungebremst auf den Asphalt aufgeschlagen. Ein herausragender Film über das junge Mädchen Lilja, herausragend realistisch gespielt von Oksana Akinshina.

Lukas Moodysson ist ein einzigartiger Regisseur mit seiner ungefilterten Handschrift und der Nähe zu seinen Protagonisten, welche man als Zuschauer fühlt wie in keinem mir sonst bekannten Film. Neben diesem Film Lilja-4-ever sollte man unbedingt auch den Coming-of-age Film Raus aus Åmål (Fucking Åmål) anschauen.

Am liebsten träumen sich Lilja (Oksana Akinshina) – 16 Jahre jung, hübsch und lebenslustig – und der 11-jährige Volodya (Artyom Bogucharskiy) gemeinsam in eine bessere Welt. Von ihren Eltern im Stich gelassen, bilden die beiden eine kleine Ersatzfamilie, um der Härte des Alltags in der ehemaligen Sowjetunion zu trotzen, sich gegenseitig Halt und Wärme zu geben. Doch als Lilja den liebevollen, charmanten Andrei (Pavel Ponomaryov) kennenlernt, verlässt sie Volodya. Nur zu gern möchte sie Andreis Versprechungen von einem Leben im reichen Schweden glauben.
Regie: Lukas Moodysson, Schauspieler: Oksana Akinshina, Artyom Bogucharsky – Schweden, Dänemark 2002

lilja

Print Friendly
Post Rating
Post a Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *