Posted by herr.filmtanz on Oct 4, 2014

Crash | David Cronenberg | Kritik

[01.10.2014 #1440] Crash (Thriller, Action, Erotik, Kanada, Großbritannien, Kanada, Großbritannien, 1996)

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Die Erotik der Deformation eines Körpers, die Symbiose von Metal und Mensch.

Sex und Gewalt, Mensch und Maschine. Begibt man sich in die Parallelwelt von Regisseur David Cronenberg und beginnt die Schwingung zu fühlen, verändert sich die eigene Wahrnehmung und die daraus sich ergiessenden Gedanken in solch einer Form, dass jeder Psychiater einen Riesenspaß hätte.

Ist das eigentlich Absicht vom Regisseur David Cronenberg, dass wenn ich in Zukunft bewegte Körper, also Autos, auf einer Brücke im Stoßverkehr betrachte, immer an Sperma und Sex denken muss ? Bremsen los und mit Vollgas dem Höhepunkt entgegen. Hat der Verkehr zugenommen ? Ja hat er, um so besser für Unfall-Fetischisten. Aber auch das Betrachten einer Beule an einem Auto und die sanfte voyeuristische Berührung dieser, könnte in Zukunft eine erotisierende neugierige Wirkung in Bezug auf die Vereinigung von Körpern hervorrufen. Der große Crash von Materie und eine Ejakulation von Gedanken bei dem Zusammenstoß.

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Wie fühlt sich das Denken in einer Parallelwelt an, bei dem die scharfe Trennung der Gedanken sich komplett auflöst und die Synapsen eine wilde Übertragung eines bis zuvor nie erlebten ErregungsCocktails präsentieren ? Nach dem Film ist dieses nun klar, und die Gedanken sind psychopathologisch bestimmt interessant.

Es war eine ungeahnte Gedanken-Reise in eine Parallelwelt, welches die eigenen Gehirnströme, dank dem fantastischen Regisseur David Cronenberg, komplett neu verschaltet und sich diese zu einem faszinierenden GedankenBukkake ergiessend neu zusammenfügen.

Gleichförmig fließender Verkehr in einer grauen, anonymen Großstadt – der monotone Alltag des Filmproduzenten James Ballard und seiner Frau Catherine gewinnt auch durch ausgefallene sexuelle Freizügigkeiten nur noch wenig an Farbe. Die erotischen Eskapaden nehmen jedoch ungeahnte Dimensionen an, als Ballard durch einen Autounfall aus seiner stumpfen Existenz in eine neue Sinneswelt katapultiert wird: quietschende Reifen, zersplitterndes Glas, der kurze dumpfe Knall des sich gierig ineinanderfressenden Metalls – nie zuvor hatte Ballard ein so intensives Gefühl verspürt. Er entwickelt daraufhin eine Obsession für den fahrbaren Untersatz. Das kühle Metall und die Kraft der Maschine werden zur sinnlichen Erfahrung, das Auto gerät zur erotischen Passion. Auch die Fahrerin des anderen Wagens Dr. Helen Remington empfindet seit ihrer Karambolage so… Sex und Gewalt, Mensch und Maschine gehen in diesem obsessiven Zirkel ungeahnte Verbindungen ein und lassen herkömmliche Grenzen schwinden. Der ultimative Kick verlangt nach radikalen Ritualen. Ballard ist bereit, seine neuen Lebenswege ohne Bremsen stattdessen jedoch mit Vollgas zu befahren.
Regie: David Cronenberg, Schauspieler: Deborah Kara Unger, Holly Hunter, James Spader, Rosanna Arquette, Elias Koteas

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