Posted by herr.filmtanz on Oct 26, 2014

Mauern der Gewalt | Rating

Mauern der Gewalt – Starred (David Mackenzie, Drama, Großbritannien, 2013)

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“Mauern der Gewalt ist immens gewalttätig. Knapp zwei Stunden Hass und Wut ergießen sich hier über die Leinwand. Das ist nicht einfach anzuschauen. Man fühlt sich besudelt.” (Kinozeit)

Starred up’ nennt man es in England, wenn ein Minderjähriger vorzeitig vom Jugendknast ins Erwachsenen-Gefängnis verlegt wird. So ein ‘Aufsteiger’ ist Eric Love (Jack O’Connell). Der 19-Jährige ist hochaggressiv, eine tickende Zeitbombe. Er kennt die Tricks, weiß wie man aus Alltagsgegenständen Waffen baut und wo man sie versteckt. Seine explosiven Gewaltausbrüche gegen Wärter und Gefangene stören immer wieder die geregelten Abläufe. Und damit kommt er dem führenden Knastdealer in die Quere, der um sein Geschäft fürchten muss. Denn gute Deals klappen nur, wenn Frieden herrscht im Flügel. Eric kapiert die Zusammenhänge noch nicht, aber einer weiß genau, wie der Hase hier drin läuft: Nev (Ben Mendelsohn), Häftling, Alphamann – und Erics Vater.

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Eine brutale Knast-Story, randvoll mit Wut und Gewalt, liefert Regisseur David Mackenzie mit ‘Mauern der Gewalt’ ab. Kino, das unter die Haut geht, und eine Tour de Force für die Darsteller, allen voran der junge Jack O’Connell. Ein so kraftvoll physisches Drama kommt selten auf die Leinwand. Worte spielen in dieser düsteren Machowelt kaum eine Rolle. Hier ist alles körperlich, die Wut, die Angst, der Hass und die Enttäuschung. Dafür braucht man Schauspieler, die diese physische Intensität geradezu ausschwitzen, und so einer ist O’Connell. Wenn er sich mit mehreren Wärtern gleichzeitig anlegt oder wie eine Bombe unter seinen Mithäftlingen explodiert, gehört ihm ganz allein die Leinwand. Kein Wunder, dass die Presse die Geburt eines Stars bejubelt. Dass ‘Starred Up’, so der britische Originaltitel, ein so authentisches Knastdrama geworden ist, verdankt es neben seinen exzellenten Darstellern seinem Autor: Jonathan Asser kennt sich aus in dieser engen Welt hinter Gittern, war er doch selbst als Aggressionstherapeut dort tätig. Mit wenigen Worten entwirft er ein Drama, das ebenso spannend wie packend ist. Hier treffen keine Superhelden in choreographierten Fights aufeinander, sondern echte Menschen, die Regisseur Mackenzie in eindringlichen Bildern einfängt.
Regie: David Mackenzie, Schauspieler: Sam Spruell, Ben Mendelsohn, Rupert Friend, Jack O’Connell, Peter Ferdinando, David Ajala

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[16.10.2014 #1460]

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