Posted by herr.filmtanz on Nov 28, 2014

Nico: Meister des Spiels – Fill de Caín | Jesús Monllaó Plana | Kritik

Nico: Meister des Spiels – Fill de Caín (Drama, Psychothriller, Spanien, 2012)

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Zuschlagen, täuschen und ablenken, sichern, dann wieder zuschlagen, siegen.

Die Züge des Schachs, am Anfang blutig ausgeführt vom jungen Misanthrop Nico (David Solans) – ein Schachbegeisterter, in einer nichtfunktionalen, kalten und lieblosen Familie. Schach, strategisch angewandt und übertragen auf das echte Leben, dem näheren und weiteren Familienumfeld, fand ich eine spannende Grundidee. Der Regisseur Jesús Monllaó Plana möchte eine Partie Schach mit dem Zuschauer spielen. Bereits nach der ersten halben Stunde, hat man das Gefühl, die Partie komplett im Griff zu haben. Nach der Tötung (?) des Familienhunds, kommt es noch sehr viel schlimmer …

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Ich habe mich im Nachhall in dieser Schachpartie im Gehirn ganz offen gesagt etwas unterfordert gefühlt, jeder Schachspieler (Zuschauer) ist in Individuum. Klar ist aber auch, die Jungdarsteller wie David Solans, der Psychiater Julio (Julio Manrique) und der Schachmentor Andrew (Jack Taylor), mit seinen unglaublich intensiven Augen in seinem markanten Charaktergesicht, machen richtig Spass. Am Ende musste ich weinen, wegen einer sehr bewundernswerten Person :-(

Ein kleiner und feiner Thriller aus Spanien, ganz wohltuend ohne Hollywood-Gerumpel. Leise, fesselnd, konzentriert und unglaublich intensiv im Gehirn, so etwas kann nur aus Spanien kommen 😀

“Schach” kann so ein Arschloch sein :-(

Geschäftsmann Carlos Albert (Jose Coronado) und seine Frau Coral (Maria Molins) haben zwei Kinder: zum einen die liebenswerte kleine Diana (Helena de la Torre), zum anderen den gut aussehenden, jedoch sehr verhaltensgestörten Nico (David Solans). Der Junge ist ein talentierter Schachspieler, dessen Verachtung jeder anderen Meinung abseits seiner eigenen ihn in eine Außenseiterposition gedrängt hat. Eines Tages findet der Vater den Familienhund in einem der Betten in ihrem luxuriösen Zuhause tot auf und alle Hinweise deuten darauf, dass diese Tat Nicos Werk war. Der Psychiater Julio (Julio Manrique), der selbst ein Schachexperte ist, wird zu dem Fall hinzugezogen und nach einigen intensiven Auseinandersetzungen mit dem Jungen entscheidet sich Julio, ihm helfen zu wollen. Er macht ihm mit seinem eigenen Schachmentor Andrew (Jack Taylor) bekannt, der Julio davor warnt, sich zu sehr in Nicos Welt ziehen zu lassen.
Regie: Jesús Monllaó Plana, Schauspieler: José Coronado, Julio Manrique, Maria Molins, David Solans, Jack Taylor, Helena De la Torre, Mercè Rovira, Abril García, Paco González, Maria Boquera

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[27.11.2014 #1495]

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