Posted by herr.filmtanz on Jul 16, 2013

Elling

elling

ÜBER MENSCHENAUFSCHULTERN, SAUERKRAUT-POESIE und UNTERHOSENVERLEIH

Elling wird nach dem Tod seiner Mutter in eine Psychiatrie eingewiesen. Dort lernt er seinen besten Freund Kjell kennen, mit dem er sich ein Zimmer teilt. Nach 2 Jahren gelten die beiden als soweit therapiert, dass sie in das alltägliche Leben reintegriert werden sollen. Der Staat Norwegen stellt ihnen zu diesem Zweck eine Wohnung zur Verfügung und einen Betreuer der sie dabei unterstützen soll.

Elling das Muttersöhnchen (so bezeichnet er sich selbst) leidet unter Angstzuständen und Schwindel, für ihn ist das einfache aus dem Haus gehen unter Menschen ein absoluter Horrortrip. Auch alltägliche Dinge in den eigenen vier Wänden müssen erst wieder erlernt werden. Einfache Aufgaben wie das Einkaufen sind für ihn ein nahezu unüberwindliches Hindernis. Kjell dagegen wirkt wie ein Kleinkind, ein Bär von Mann, der den ganzen Tag nur Essen will und endlich seinen ersten Sex haben möchte. Gerne kracht er auch mal wie ein trotziges Kind mit dem Kopf gegen die Wand.

Als das Thema Eifersucht für Elling plötzlich zu einem zu erlernenden Thema wird, mit dem er sich auseinandersetzen muss, beginnt auch er sich zu wandeln. Er fühlt sich zur Poesie berufen und möchte diese mit den Menschen da draussen Teilen. Mit einer umwerfend komischen Idee beginnt Elling nun als Underground-Poetiker seine Sauerkraut-Poesie unter die Menschen zu bringen. Was Sauerkraut-Poesie ist ? Einfach den Film anschauen :-)

Der Regisseur Petter Næss schafft es in fantastischer Art und Weise den Zuschauer mit auf die Reise von Elling und Kjell zurück in ihr Leben zu nehmen. Feinfühliger Humor durchschwingt den Film ohne beim Zuschauer falsches Mitleid zu wecken. Ein intelligenter Humor bei dem sich die Bilder auch mit wenigen Worten zum Zuschauer übertragen können.

Der Film hat mir ausgesprochen gut gefallen und richtig Spass gemacht :-) Ein gekonnter Film über zwei Menschen die mit kleinen Schritten ihren Weg zurück in die Welt finden. Meisterhaft umgesetzt ist der Film absolut sehenswert :-)

Ganz normal waren sie noch nie: Elling (Per Christian Ellefsen), der Denker und – wie er sich selbst nennt – das Muttersöhnchen und Kjell (Sven Nordin), der große stämmige Kerl mit dem Geist eines kleinen Jungen. Nach zwei Jahren Psycho-Quarantäne dürfen sie nun wieder in die Freiheit, in ihre eigene WG inmitten des Großstadtdschungels, und müssen sich dort im realen Leben zurechtfinden. Nicht ganz einfach, wenn für Elling schon das Telefonieren, das Einkaufen und überhaupt das Verlassen der Wohnung schier unüberwindbare Hindernisse darstellen. Kjell dagegen verfolgt weiterhin stoisch seine zwei Ziele: Essen und endlich Sex mit einer Frau zu haben.

Genre: Tragikkomödie
Regie: Petter Næss
Schauspieler: Per Christian Ellefsen, Sven Nordin, Marit Pia Jacobsen, Per Christensen, Jørgen Langhelle
Produktionsland: Norwegen
Kinostart: 2002
Laufzeit: 89 Minuten
FSK: 6

Im folgenden zwei Trailer zu diesem fantastischen Film :-)

 

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  1. Elling – Nicht ohne meine Mutter | FILMTANZ - [...] Film steigt von der Zeitachse her vor Elling ein, zu diesem Zeitpunkt lebt Elling noch bei seiner Mutter. Elling…

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