Posted by herr.filmtanz on Jul 17, 2013

Elling – Nicht ohne meine Mutter

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MUTTER, SOHN, URLAUB, UNTERWASSERENTSPANNUNG, KATZENKUSCHELN UND ETWAS ICH

Der Film steigt von der Zeitachse her vor Elling ein, zu diesem Zeitpunkt lebt Elling noch bei seiner Mutter. Elling ist 40 Jahre alt und hat Zeit seinen Lebens bei seiner Mutter gelebt. Der Vater ist kurz vor seiner Geburt verstorben. Sie kümmert sich in allen Belangen um ihn, kocht für ihn, einfach alles damit sie dem mittlerweile nicht mehr so kleinen Elling, den man am Anfang sieht, ein möglichst gutes Leben ermöglichen kann. Für Elling ist ganz klar, das Mutter-Sohn-Universum in dem er seit 40 Jahren lebt wird nie zu Ende gehen, werden doch alle sehr deutlichen symbolischen Zeichen, die die Natur der Dinge aufzeigt, konsequent von seinem Gehirn ausgeblendet. Für ihn ist klar, dieses eigene Universum in dem er lebt, hat Bestand für immer.

Für die Mutter ist aber auch klar, sie muss was unternehmen, Elling mit auf einer Reise nehmen und ihm die Welt da draußen zeigen. Kurzum bucht sie eine Reise nach Palma de Mallorca, ein Urlaub. Für Elling bricht eine Welt zeitgleich zusammen. Aus dem Haus gehen, aus der gewohnten Umgebung heraus die so gut seit 40 Jahren, aus seiner Sicht, funktioniert hat. Er versucht alles um mit möglichst schlechter und maulischer Laune die Mutter von diesem Plan abzubringen. Doch die Mutter ist fest entschlossen und ab geht es in den Flieger.

In Palma de Mallorca angekommen, ein Elling unter einem Mega-Stress in der nicht gewollten neuen Umgebung, entlädt sich dieser dann in der ein oder anderen lautstarken Ansage, teilweise auch direkt in der Hotel-Emfangshalle. Hauptsache die Situation schlecht machen, koste es was es wolle. Einfach rummaulen, verbessern und schlechte Laune verbreiten was das Zeug hält.

Es entwickelt sich im folgenden eine Situation die für Elling das Thema Eifersucht und das Zusammenbrechen des Mutter-Sohn-Universums spürbar machen. Verursacht wird dieses durch einen charmanten älteren Herren der Interesse an seiner Mutter zeigt.

Elling reagiert auf dieses Eindringen in seine Welt auf seine ganz besondere Elling-Art, die den Film so besonders fantastisch machen. Unter Regie von Eva Isaksen gelingt es dem Film das im Grunde schwermütige Hauptthema des Films intelligent zum Zuschauer zu transportieren, ohne dabei den Humor untransportiert zu lassen. Vielmehr sind es auch diese guttuhenden Szenen bei denen Elling zeigt, in im steckt ein echt grosses Herz das beschnurrt genossen und dem verbal beachtend gedankt wird.

Besonderen Dank gilt dem Schauspieler Per Christian Ellefsen der die Rolle des Elling so fantastisch verkörpert hat :-)

Tipp zum Anschauen: Diesen Film nicht vor ‘Elling’ schauen.

Elling (Per Christian Ellefsen) ist Mitte Dreissig, lebt noch immer bei seiner Mutter in einer kleinen Wohnung im Zentrum von Oslo und ist ein Stubenhocker sondergleichen. Das ändert sich zwangsweise als seine Mutter (Grete Nordra) ihn mit Flugtickets nach Mallorca überrascht. Nur widerwillig und mit einem mulmigen Gefühl im Bauch nimmt er das Geschenk an und begleitet die rüstige Frau auf die spanische Party-Insel. Wie von dem notorischen Schwarzseher vorausgeahnt ist schon die Anreise eine Tortur für den sturen Elling. Doch die wahren Herausforderungen für Elling warten auf Mallorca. Kaum angekommen, bestätigen sich seine anfänglichen Befürchtungen weiter. Es kommt noch schlimmer, als Elling in eine peinliche und demütigende Situation nach der anderen gerät.

Originaltitel: Mors Elling
Genre: Tragikomödie
Regie: Eva Isaksen
Schauspieler: Per Christian Ellefsen, Grete Nordrå, Helge Reiss, Christin Borge, Per Schaaning
Produktionsland: Norwegen
Kinostart: 2004
Laufzeit: 83 Minuten
FSK: 6

SPOILER WARNUNG: Das Video ist ein Ausschnitt aus dem Film und kein Trailer.

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