Posted by herr.filmtanz on Feb 1, 2015

L’étrange couleur des larmes de ton corps | KurzKritik

Der Tod weint rote Tränen (Hélène Cattet, Bruno Forzani, Horror, Triller, Belgien, Frankreich, Luxemburg, 2013)

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Blut betörendes Kaleidoskop

“Der Tod weint rote Tränen” ist eine hypnotische Bild- und Klang-Installation und sollte meiner Meinung nach vielmehr als Kunstform der Leinwand-Ausatmung betrachtet werden. Man fühlt sich nach dieser Kunstinstallation, als hätte man mit einem ganzem Schwung an Pilzen und LSD eingeworfen, durch ein Kaleidoskop geschaut, und würde nun versuchen die Puzzleteile zusammenzusetzen und zu erinnern, ein geiler großartiger Rausch 😀

Die Komposition der Bilder, die Kamera scheint sich hier scheinbar den Gesetzen der Schwerkraft widersetzen zu wollen, erzeugt zusammen mit dem Klang im Gehirn einen rauschartigen Zustand. Stellenweise, wenn man nur noch 10 Bilder pro Sekunde sieht, die Bilder nicht mehr der üblichen Geometrie folgen, man nur noch Schwarz-Weiss sieht, man verstört am liebsten hinter den Kinosessel verschwinden möchte und doch nicht wegschauen kann, fragt man sich, habe ich das jetzt wirklich so gesehen oder ist das die Wirkung einer Droge ? Was ist Wirklichkeit was ist Fiktion ? Was ist Raum, was ist Zeit ? Was ist Oben und Unten ? Was ist eine Erinnerung oder welchen Klang hat die Farbe Rot ?

Die Regisseure Hélène Cattet und Bruno Forzani komponieren hier eine visuell hypnotisch freischwebende fesselnde verstörende Kaleidoskop, Farb, Bild und Klanginstallation, welche pervers fasziniert, und Lust macht, sich ihren Film “Amer (Trailer unten)” sogartig einzuwerfen 😀

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Als Dan Kristensen (Klaus Tange) von einem Businesstrip in sein stylisches Brüsseler Jugendstilheim zurückkehrt, ist seine Frau Edwige plötzlich verschwunden – und das, obwohl ihre Wohnung von innen verriegelt ist. Die Suche nach ihr konfrontiert ihn mit einem Labyrinth an Gängen, kryptischen Hinweisen und sexuellen Obsessionen und entwickelt sich zu einem veritablen Albtraum, der zum Angriff auf sämtliche Sinne ansetzt.

Bereits mit ihrer international gefeierten Giallo-Hommage ‘Amer – Die dunkle Seite deiner Träume’ (2009) haben sich die Filmemacher Hélène Cattet und Bruno Forzani als wahre Großmeister der stilistischen Genre-Referenz erwiesen. Mit ‘Der Tod weint rote Tränen’ (2013) legen sie noch einmal nach und servieren dem Zuschauer ein kunstvoll arrangiertes Labyrinth perverser Obsession, das die Grenzen zwischen Kunst und Horror verschwinden lässt.

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