Wüstenblume | ARTHOUSE CINEMA
Posted by herr.filmtanz on Jul 24, 2013

Wüstenblume

desert_flower

Wüstenblume ist mit eins der intensivsten und erschüttertsten Film die ich in der letzen Zeit gesehen habe und damit untertreibe ich bestimmt. Eine Geschichte die zwei Stunden die Biografie der Nomadin Waris erzählt, als sie mit 13 Jahren flieht um ihrer Zwangsheirat zu entkommen. Ein Weg durch die Wüste bis auf die Top Catwalks dieser Welt. Wie gesagt Waris ist 13 Jahre alt zu diesem Zeitpunkt. Alleine dieser erste Teil des Films ist schon so mitreisend und mitfühlend das man alleine nur zu diesem Thema einen eigenen Film hätte machen können.

Es ist aber auch ein Film bei dem später ihre Kindheit beleuchtet wird und auch das Ritual der Frauenbeschneidung. Sie selbst erzählt das in einem Interview. Rückblickend nimmt den Zuschauer dann die Kamera mit in die Wüste, Waris drei Jahre alt und ihre Mutter, der Weg zu dem Ritual in einer Menschenleeren Natur, in der dieses dann mit einer Rasierklinge durch eine weitere Person vollzogen wird. Ein Moment bei dem ich zwischen Zorn und Heulen am liebsten in die Leinwand gesprungen währe.

Loben muss man an dieser Stelle vor allem die unglaublich meisterhafte Kameraarbeit die Waris auf der Flucht durch du Wüste, die Zwischenstationen, bis auf den Catwalk und durch die Rückblenden in ihre Kindheit, den Zuschauer begleitet haben. Das sind Bilder die nie wieder aus dem Kopf gehen werden. Dazu kommen die fantastischen Schauspieler die die Waris in ihren verschiedenen Lebensabschnitten verkörpern, zu jeder Sekunde ist das einfach ganz grossartig und authentisch gespielt.

Kritik: Übertragen in die Welt der Fotografie stellt sich der Film dann aber so dar. Was macht ein Meisterhaftes Bild aus, das hier ganz klar die beiden Themen, ihren Weg mit 13 Jahren durch die Wüste bis zum Catwalk, und ihre Kindheit reflektierend mit der Frauenbeschneidung mit drei Jahren, zum Gegenstand hat ? Es ist das unnötige Beiwerk auf dem Foto was beim Anschauen eines Meisterwerks den Betrachter ablenkt von den beiden Hauptmotiven. In dem Film ist kein Platz dafür und das werfe ich ihm vor. Das Bild ist zu vollgepackt.

Zum Glück stört das Beiwerk in den Film nicht so stark, um den Film zu vernichten. Aber die Abschlussszene ist mir für einen Film aus Deutschland, Großbritannien, Österreich zu amerikanisch.

Fazit: Das Anschauen lohnt sich hier unbedingt, wer den Film noch nicht kennnen sollte. Aber ich warne auch vor dem Film, hier werden wichtigste kulturelle Themen zum Gegenstand genommen. Menschen die bei wichtigen Themen gerne einfach wegschauen und die Augen zu machen, für die ist der Film ungeeignet.

Geheimnisvoll, stolz, wunderschön: Als die junge Somalierin Waris Dirie (Liya Kebede) in einem Londoner Fastfood-Restaurant von Starfotograf Terry Donaldson (Timothy Spall) entdeckt wird, feiert die internationale Modewelt begeistert die Geburt eines neuen Top-Models. Doch hinter der glamourösen Fassade verbirgt sich ein zutiefst bewegendes Schicksal. Geboren in der Wüste Afrikas, wächst Waris im ständigen Kampf ums tägliche Überleben auf. Als sie mit 13 Jahren zwangsverheiratet werden soll, flieht sie, um dem Willen ihres Vaters zu entkommen. Sie irrt tagelang durch die Wüste, bis sie schließlich die somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Die Familie ihrer Mutter nimmt sie schützend auf und verschafft ihr eine Stellung als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft in London – wo sie jahrelang das Haus nicht verlassen darf. Als ihr ein paar Jahre später die Rückkehr nach Somalia droht, flieht Waris erneut. Sie taucht in der Metropole unter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und findet mit der quirligen Verkäuferin und Lebenskünstlerin Marilyn (Saly Hawkins) eine Freundin und Vertraute. Doch dann entdeckt sie Donaldson – und ein Märchen wird wahr: Die Designer reißen sich um sie, Jetset und Presse lieben das Nomadenmädchen, das aus dem Wüstenstaub den Weg auf die berühmtesten Laufstege der Welt gefunden hat. Waris Dirie wird zu einem der bestbezahlten Models der Welt. Doch bei allem Erfolg holen Waris immer wieder die Schatten der Vergangenheit ein, belastet sie das Geheimnis ihrer Kindheit. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erzählt sie in einem Interview von der grausamen Tradition der Frauenbeschneidung, deren Opfer sie selbst als kleines Mädchen wurde. Die Veröffentlichung löst eine Welle von Mitgefühl und Protest aus und Waris entschließt sich, ihr Leben dem Kampf gegen dieses Ritual zu widmen.

Originaltitel: Desert Flower
Genre: Biografie, Drama
Regie: Sherry Hormann
Schauspieler: Liya Kebede, Sally Hawkins, Timothy Spall
Produktionsland: Deutschland, Großbritannien, Österreich
Kinostart: 2009
Laufzeit: 120 Minuten
FSK: 12

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