Posted by herr.filmtanz on Mar 29, 2015

Twentynine Palms | Kunstfilm | Bruno Dumont | BlitzKritik

Twentynine Palms-2

Der Hauptdarsteller in diesem Film sind die Felsen in der Wüste des Joshua-Tree-Nationalparks. Sie sind von solch einer brutalen Schönheit. Der Regisseur Bruno Dumont fotografiert diese Felsen als lebendige Lebewesen, es wirkt durchgehend wie in einem Endzeitfilm auf mich. Irgendwann sitzt man schreien vor der Couch, beweg dich doch endlich, du gigantisches Monster von Felsen.

Den ganzen Film über dachte ich bei mir, sich mit dem Mächtigsten, der Natur, einzulassen und sie herauszufordern, das kann nicht gut Enden. Der Regisseur Bruno Dumont fotografiert mit solch einer ehrlichen Energie den erwachten Widerstand der Natur, wie es seines gleichen sucht.

“Twentynine Palms”, die Natur leistet hier einen erwachenden Widerstand, gegen die Kommunikationslosigkeit und Symbiose im Umgang mit der Natur. Wer in einem Panzer (Hummer) überleben will, der Natur derart würdelos begegnet, muss sich dann nicht wundern, wenn die Felsen lebendig werden und “Twentynine Palms” einen richtig in den Arsch fickt. “Twentynine Palms”, eines der zärtlichsten Filme im Umgang mit der Natur. In den USA hat keiner überlebt, soviel ist nach diesem Endzeitfilm schmerzlich klar, und es ist richtig so !

Der Fotograf David bricht mit seiner russischen Freundin Katia in Los Angeles auf, um in Kalifornien nach Motiven für ein Fotoshooting zu suchen. Von der Gemeinde Twentynine Palms aus durchstreifen sie in ihrem Hummer auf einsamen Pisten die Wüste nahe dem Joshua-Tree-Nationalpark und genießen die Schönheit der Landschaft. Da Katia kaum Englisch spricht und David kein Russisch, verständigen sie sich auf Französisch, was beide aber gleichfalls nur rudimentär beherrschen; entsprechend begrenzt ist ihre verbale Kommunikation. Intensiver ist hingegen ihre nonverbale Kommunikation: Häufig streiten sie miteinander, versöhnen sich aber alsbald wieder, indem sie (naturalistisch gefilmten) Sex haben – bis ihre Gemeinsamkeit eines Tages ein jähes Ende findet. Drei Männer überfallen das Paar in der Wüste. David wird mit einem Baseballschläger der Kopf zerschlagen und einer der Männer vergewaltigt ihn anschließend, während Katia, von einem anderen Mann festgehalten, zuschauen muss. Als sie ins Motel zurückkehren, wird Katia von David durch zahlreiche Messerstiche getötet. Dann kehrt er zum Sterben in die Wüste zurück.
Regie: Bruno Dumont, Schauspieler: David Wissak, Katia Golubeva
Drama, Kunstfilm, Frankreich, Deutschland, 2003

TwentyninePalms-3

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