Posted by herr.filmtanz on Apr 26, 2015

My Old Lady | Maggie Smith | Kritik

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Der New Yorker Mathias Gold (Kevin Kline) stammt aus einer wohlhabenden Familie. Von seinem Vater hat er ein riesiges zweistöckiges Apartment, mit Garten, mitten in Paris geerbt. Für den völlig abgebrannten Mathias wäre ein schneller Verkauf des Apartments ein wünschenswertes Ziel. Über ein Detail wurde Mathias von seinem Anwalt – auch wegen der Sprachbarriere – nicht in Kenntnis gesetzt. In dem Apartment wohnt noch die über neuzig Jahre alte Mathilde (Maggie Smith).

Der Vater hat das Apartment nach dem alten französischen Recht “vente en viager” erworben. Dieses bedeutet, Mathilde hat durch den Verkauf zwar keinen Besitzansprüche mehr, aber Wohnrecht auf Lebenszeit. Vom Käufer bekommt sie, neben einer Einmalzahlung von ca. 1/3 des Verkehrswerts, eine monatliche Leibrente bis zu ihrem Tod. Stirbt sie schnell, hat man ein Schnäppchen gemacht, wird sie 120 Jahre alt, hat man ein Problem. Ebenfalls in der Wohnung wohnt die Tochter von Mathilde, Chloe (Kristin Scott Thomas).

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Für Mathias ist die Situation ein großes Problem, hat er nicht mal Genug Geld für einen Rückflug nach New York. Das Kammerspiel nimmt im folgenden die Aufarbeitung der Vergangenheit und der Beziehungsgeflechte der beiden Familien auf. Im Besonderen die Tatsache, dass die Beziehung zwischen Mathilde und dem Vater von Mathias nicht nur geschäftlich war.
Der amerikanische Dramatiker Israel Horovitz hat das Stück geschrieben und hebt es mit 75 Jahren, mit seinem Kino-Debüt, von der Theaterbühne auf die Leinwand.

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“My Old Lady”, ein Kammerspiel bei dem die Mosaiksteinchen der Vergangenheit zu einem Bild werden. Leben tut der Film von den großartigen Schauspielern Kevin Kline, Kristin Scott Thomas und im Besonderen von Maggie Smith. Die Dialoge zwischen Kevin und Maggie sind stark, und auch machen einzelne komödiantische Elemente durchaus Spass. Die Szenerien wirken dann doch leider zu leblos. Bildlich gesehen: Wirft man die drei Schauspieler in diesem Kammerspiel in einen wellenlosen See, hätte man sich mehr Bewegung und Wellen gewünscht. Wer Maggie Smith mag und gerne Dialogen lauscht, für den könnte der Film etwas sein. Zu viel sollte man aber nicht erwarten.
Insgesamt wirkt dieses Kammerspiel dann doch zu starr und kraftlos. Bei dieser hochkarätigen Besetzung sehr schade.

Regie: Israel Horovitz
Schauspieler: Kevin Kline, Kristin Scott Thomas, Dominique Pinon, Maggie Smith, Francis Dumaurier, Anouk Dutruit
Drama, Komödie, Frankreich, USA, 2014

Der aus einer wohlhabenden Familie stammende New Yorker Mathias Gold (Kevin Kline) hat ein Problem: Er hat ein Apartment in Paris geerbt, das er gerne verkaufen würde, doch dort haust die 90 Jahre alte Mathilde Girard (Maggie Smith), die nicht vor ihrem Tod aus ihrem Zuhause ausziehen will. Mit ihr wohnt auch noch ihre Tochter Chloé (Kristin Scott Thomas). Als Mathias eine Weile bei den beiden lebt, um die Verhandlungen zu einem Abschluss zu bringen, merkt er, dass er sich dort eigentlich ganz wohl fühlt.

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