Posted by herr.filmtanz on Apr 19, 2017

სიმინდის კუნძული – DIE MAISINSEL

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Der alte abchasische Bauer Abga (Ilyas Salman) errichtet, zusammen mit seiner Enkelin Asida (Mariam Buturishvili), auf einer kleinen temporär entstandenen Flussinsel auf dem Enguri ein Maisfeld. Ein winziges Stück Erde der Hoffnung und des Lebens. DIE MAISINSEL ist, mit seiner malerischen und meditativen Ruhe ein Kunstwerk, welches magisch berührt.

Fast ausschliesslich mit der Sprache des Körpers und der Mimik kommuniziert man mit Abga und Asida. Es ist überwältigend, was die Schauspieler Ilyas Salman und Mariam Buturishvili hier leisten. Eine nonverbale Kommunikation, welche unvergessen tief in die eigene Seele eindringt. Nach Sekunden ist man selbst wie gefangen auf dieser kleinen Maisinsel und verfolgt, wie der Bauer Abga, nach alter Tradition, eine Holzhüte errichtet und Asida die Maissamen aussät. Im Kreislauf des Lebens bildet sich diese Maisinsel mit ihrem fruchtbaren Boden im Frühjahr, lässt neues Leben erblühen und heranwachsen, um dann wieder zu verschwinden.

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Stellenweise hört man die wirkliche und schreckliche Realität, wenn im Hintergrund Schüsse des Krieges fallen. Blickt man dann in das Gesicht der noch so jungen Asida, baut sich, ganz ohne Bebilderung und ohne Worte, im eigenen Geiste ein Raum der sie traumatisierenden Lebensereignisse auf. Asida kommt als junges Mädchen, im Arm ihre Puppe, auf der Maisinsel an. Im Einklang mit dem heranwachsen der Maispflanzen beginnt für Asida der Prozess des Erwachsenwerdens. Selten wurde eine Coming-of-Age-Geschichte so berührend und kunstvoll komponiert.

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Der georgische Regisseur George Ovashvili hat mit DIE MAISINSEL ein herausragendes und berührendes FineArt-Kunstwerk über den Lebenskreislauf erschaffen, wie es selten auf der Leinwand zu finden ist. Großes Lob an Mariam Buturishvili und Ilyas Salman für diese herausragende Leistung. Ein malerisches und meditatives Werk, bei welchem man den Klang des Lebens fühlen kann. Überwältigend, mit langem Nachklang.


Jedes Jahr im Frühling schwemmt der kraftvolle Fluss Enguri ganze Brocken fruchtbaren Bodens aus den Höhen des Kaukasus in die Ebene, wo sie sich zu kleinen unbewohnten Inseln zusammenschließen – Oasen für wildes Leben, aber auch für die Menschen. Abga, ein alter Farmer, ist dort mit seiner sechzehnjährigen Enkelin Asida zu Hause. Obwohl es lebensgefährlich ist, weil die schwimmenden Länder jederzeit abtreiben können, will Abga es wagen, eine der grünen Inseln zu bepflanzen. Zusammen mit Asida baut er eine kleine Hütte, pflügt den Boden und säht Mais aus. Als der Mais langsam aus dem Boden zu wachsen beginnt, begegnet Asida einem verwundeten Soldaten, der sich in den Maisfeldern verborgen hält. Sie versteckt ihn auf der Insel – doch als die schwimmende Insel ins Visier seiner Verfolger gerät, bereitet der Großvater den Boden für ein gefahrloses Verschwinden und einen unbestimmten Lebensweg.


“Die Maisinsel gewann den Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary wie des Cinemed – Festival International du Cinéma Méditerranéen in Montpellier, den Publikumspreis beim Festival des osteuropäischen Films in Cottbus und ist einer der letzten neun Kandidaten für den Oscar als Bester ausländischer Film 2015.” (Kritik KinoZeit)

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Regie: George Ovashvili
Hauptdarsteller: Ilyas Salman, Tamer Levent, Mariam Buturishvili
Gerne: Drama
Produktionsland: Georgien
Produktionsjahr: 2014
Originaltitel: Simindis kundzuli

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