Posted by herr.filmtanz on Dec 20, 2015

Holy Motors | Denis Lavant | Kritik

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Habt ihr euch schon mal vor eine weiße Film-Leinwand gestellt für ein paar Minuten ? Ich habe das gerade getan und sie schaut mich ausdruckslos an, obwohl sie doch so viele Geschichten erlebt hat. Wir wecken die Leindwand jetzt mal auf :-)

Man fühlt in diesem Moment gerade zu, sie hat uns was zu erzählen, sie möchte von uns geliebt werden uns aber auch erschrecken und schockieren. Sie möchte sich für uns wandeln und uns ihre unglaublichen Fähigkeiten der Metamorphose demonstrieren. Aber auch von Schmerz und Geldfressen hat die Leinwand zu berichten. Von ihrer Entwicklung zu der sie so brutal gezwungen wird. Diese Leinwand hat aber auch Todesangst, Todesangst vor dem was Hollywood ihr angetan hat und antun wird.

Auf der anderen Seite schaut diese Leinwand aber auch in unser eigenes reales Leben, sie kann uns sehen, unser Leben das belanglos und langweilig zu sein scheint. Eine Ansage an uns Zuschauer, der die Leinwand beliebig befragen kann nach Geschichten. Wir haben es in der Hand sie Glücklich zu machen :-)

Fehlt hier nicht was ? Ja ein Körper mit dem die Leinwand überhaupt im Stande ist, eine Geschichte zu erzählen. Es ist der Körper von Mr. Oscar (Denis Lavant) den die Leinwand für den Transport ihrer Geschichten nutzt :-)
Der Schauspieler Denis Lavant ist das größte was ich bis jetzt erlebt habe. Ein Mann, bei dem jeder Muskel von ihm, mit vollstem Einsatz eine Rolle durch den Schauspieler hindurch, zum Zuschauer transportieren kann. Ein Denis Lavent der sich beliebig fantastisch für uns einer Metamorphose unterziehen kann :-)

Es schmerzt sehr, dass so ein fantastischer Film wieder mal ungesehen bleibt und die Leinwand wieder nicht verstanden wurde. Es ist aber auch das Gefühl, dass ein Mensch alleine niemals im Stande ist die Entwicklung des Films, wie in diesem Film, in Worte zu fassen.

Diesen Film muss man anschauen, um das Sehen zu lernen Es gibt keine Worte die das zum Ausdruck bringen können. So unglaublich sind die gesehenen Bilder. Fantastische Bilder einer Leinwand, die in kein Wort passen :-) Wir alle haben die Möglichkeit unsere eigene Leinwand zu schaffen. Sie wird uns ihre Geschichten sehr gerne erzählen :-)

Vom Sonnenaufgang bis tief in die Nacht. Einige Stunden im Leben von Monsieur Oscar (Denis Lavant), einer schattenhafte Existenz, die von einem Leben ins nächste schweift. Mal ist er ein Industriekapitän, mal ein Killer, ein Bettler, ein Monster oder ein treusorgender Familienvater. Monsieur Oscar scheint Rollen zu spielen, taucht in jeden Part komplett ein, aber wo befinden sich die Kameras? Er ist alleine, nur Céline (Edith Scob) begleitet ihn, die große Blonde hinter dem Steuer der riesigen Stretchlimousine, die ihn durch Paris und in die Vororte kutschiert. Wie einen Profikiller, der von Auftrag zu Auftrag eilt. In der Vollendung einer schönen Geste, des Antriebs einer Aktion, der Frauen und Phantome seines Lebens. Aber wo ist sein Zuhause, seine Familie, kann er sich erholen?

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Genre: Drama
Regie: Leos Carax
Schauspieler: Edith Scob, Michel Piccoli, Eva Mendes, Denis Lavant, Jeanne Disson, Kylie Minogue, Élise Lhomeau
Produktionsland: Frankreich, Deutschland
Produktionsjahr: 2012
Laufzeit: 115 Minuten
FSK: 16

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