Posted by herr.filmtanz on Aug 8, 2015

5150, Rue des Ormes | 5150 Elm’s Way | Éric Tessier | Marc-André Grondin | Normand D’Amour | Störkanal | Kritik

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Schach ist nichts für schwache Nerven, seit gewarnt ! Habt ihr schon mal organisches Schach gespielt ? Ihr möchtet nicht wissen wie genau das geht, wirklich nicht !

Ich beschäftige mich gerade mit den Filmen, welche unter dem Label Störkanal erschienen sind. Niemand hat behauptet, dass diese Reise einfach wird. Im Kern geht es darum, Gewalt im Film nicht zum Zweck der Unterhaltung zu zeigen, sondern den Zuschauer zu vordern. Es kann nicht sein, dass Zuschauer entspannt im Kinosessel sitzen, während sie genüsslich zuschauen, wenn ein Kind erschossen wird. Es geht auch darum, dass extreme Gewalt im Kino nur noch hübsch aufbereitet – der Zuschauer soll sich ja wohl fühlen – präsentiert wird. Extreme Gewalt auf der Leinwand darf niemals nur dem Zweck der Unterhaltung dienen. Der Zuschauer muss sich nach dem Kinobesuch sehr unwohl in seiner eigenen Haut fühlen, und sich fragen, warum habe ich mir das angetan ?

Der Regisseur Éric Tessier liefert mit “5150, Rue des Ormes” zu diesem Thema einen sehr schockierenden Beitrag. Während man anfänglich noch sehr entspannt, wie sicherlich bei jedem Horror-Streifen, auf der Couch räkelt, bekommt man wenige Minuten später wirklich Platzangst. In “5150, Rue des Ormes” dreht der angehende Schauspielschüler quasi seinen ersten selbst gefilmten Film. Man könnte es auch als Film im Film bezeichnen, welcher ihm dann …

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Diese Partie Schach wird man nie wieder vergessen. Fuck, was hat mich der Regisseur Éric Tessier gestern mit seinem Psycho-Horror-Thriller abgeholt. Sicherlich, das Drehbuch komponiert starke Momente. Stellenweise hält man aber auch die Luft an, dass dem Regisseur jetzt bitte nicht der Taktstock aus der Hand fällt. Ich meine damit, dass Éric Tessier es in intensiven Momenten vermag, vor der Leinwand einen mehrdimensionalen Raum aufzuspannen, einen Raum, in dem man wirklich eine scheiss Angst bekommt. Stellenweise wird die Leinwand dann leider wieder eindimensional, was der Regisseur dann zum Glück sofort wieder in den Griff bekommt.

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Getragen wird “5150, Rue des Ormes” im sehr Besonderen von der grandiosen Leistung des Schauspielers Marc-André Grondin und Normand D’Amour, welcher den dämonischen und psychopathisch komplett gestörten Part in diesem Schachspiel übernimmt. Sie transportieren Gewalt so zum Zuschauer wie es sein sollte, mit unerträglicher Intensität, in den durchaus sehr starken Szenen.

Nicht das beste Werk unter den im Störkanal erschienenen Filmen, aber ein sehr denkwürdiges. Der Regisseur Éric Tessier kann mit seinen zum Teil schräg um die Ecke gedachten Gedanken überraschen, das macht dann doch, im Nachhall, großen und intelligent komponierten Spass 😀

Ein Fahrradunfall mit Folgen. Als der Teenager Yannick Bérubé (Marc-André Grondin) mit seinem Fahrrad hinfällt ahnt er noch nicht, dass dies der Beginn seines größten Alptraums wird. Vom sadistischen Nachbarn eingesperrt und misshandelt, wird Yannick nur eine Möglichkeit offeriert seinem Leiden ein Ende zu machen. Er muss sich mit seinem Peiniger in einer Partie Schach messen. Der Einsatz: Yannicks Leben…

Der kanadische Film ‘5150 Elm’s Way – Spiel um dein Leben’ von Regisseur Éric Tessier ist der beste Beweis dafür, dass knallharte Terrorschocker nicht zwangsläufig aus Frankreich kommen müssen. ‘5150 Elm’s Way’ braucht einen Vergleich mit Filmen wie ‘High Tension’ nicht zu scheuen, überschreitet er doch ebenfalls alle Grenzen – spannend, intelligent, knallhart und brutal.

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Regie: Éric Tessier
Schauspieler: Marc-André Grondin, Normand D’Amour, Sonia Vachon, Mylène St-Sauveur, Élodie Larivière, Catherine Bérubé
Produktionsland: Kanada
Produktionsjahr: 2009
Genre: Thriller, Horror

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