Posted by herr.filmtanz on Aug 22, 2015

Ex Machina | Oscar Isaac | Domhnall Gleeson | Alicia Vikander | Alex Garland | Kritik

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Ein visionär intelligenter Blick in die Zukunft

Am Anfang, als der Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) mit dem Hubschrauber in die Bergwelt Alaskas geflogen wird (die Dreharbeiten fanden in Norwegen statt), bleibt es nicht aus, sich an “Jurassic Park” zu erinnern. Damals war “Jurassic Park” ein visionäres Werk, bei dem ich als Zuschauer mit offenem Mund aus dem Kino gekommen bin. Es gab während des Filmes keine Sekunde eines Gedankens, dass die Dinos nicht wahrhaftig über die Leinwand gestampft sind. Jahre später haben die großen Studios das mächtige Werkzeug CGI an die Hand bekommen. Und wie es bei mächtigen Werkzeugen nun mal so ist, kann man sie verstehen und gekonnt einsetzen oder man verwendet sie als puren Effekt.

Wenn man mich in einen CGI-Lastigen Blockbuster-Streifen setzt, bleibt nicht aus, dass ich mit nahezu einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit mit sehr schlechter Laune aus dem Kino komme. Wer will sich noch länger diesen Missbrauch des als solchen wunderbaren Werkzeugs CGI antun, mit denen die Zuschauer gefoltert werden ? Ein lautes und schnelles CGI-Gerumpel, bei dem die Schauspieler irgendwann nicht mehr fühlbar sind vor der Leinwand. Man könnte es auch als völlig redundant und komplett überflüssig bezeichnen. Sicher, das ist nicht immer so, trifft aber, belausche ich kurz meine Filmseele, fast immer zu.

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Künstliche Intelligenz ist für mich eines der spannendsten Themen, auf welche meine Filmseele großen Hunger hat. Wichtig dabei ist, es darf für mich als Zuschauer keinen Moment des Zweifels geben, dass der von Nathan (Oscar Isaac) entwickelte Gynoide (ein weiblicher Androide) Ava (Alicia Vikander) wirklich existiert. An dieser Stelle setzt der Moment ein, an dem ich Ava nicht als Maschine wahrnehme, sondern als Lebensform, für welche ich Sympathie und Mitgefühl empfinde.

Mit gerade einmal 11 Millionen Euro Budget hat Alex Garland hier ein Regiedebüt hingelegt, welches man als visionär und atemberaubend bezeichnen muss. Bevor ich “Ex Machina” gesehen hatte, habe ich immer gesagt, Stanley Kubricks Werk “2001: A Space Odyssey” ist der einzige SCI-FI Film, welcher je gedreht wurde. Alex Garland liefert hier ein intelligentes SCI-FI-Kammerspiel, welches viel zu selten auf der Leinwand geworden ist. Er gibt Lebensformen auf der Leinwand das zurück was sie dringend brauchen, eine Aura und ein Gesicht. Es wahr für mich ein atemberaubendes Gefühl der Wohltat, sich endlich mal wieder in einem SCI-FI-Film vollkommen geborgen und glücklich zu fühlen.

“Ex Machina” ist ein großartiges Werk von Film, ich bin begeistert. Ein großes Lob spreche ich dem Regisseur Alex Garland und den Schauspielern Oscar Isaac, Domhnall Gleeson und Alicia Vikander für diese grandiose Leistung aus. Der virtuose Zauber, mit welchem die CGI-Künstler hier Bilder erschaffen haben, es verdient einen großen Applaus. Den Regisseur Alex Garland sollte man unbedingt im Auge behalten 😀

Die großen Studios mögen jetzt bitte mal genau zuhören. So macht man intelligente SCI-FI Filme. Euer CGI-Blockbuster-Gerumpel will wirklich keiner mehr sehen!

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Der 26-jährige Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) gewinnt in seiner Firma bei einem internen (fingierten) Gewinnspiel. Als Preis darf er den öffentlichkeitsscheuen Konzernchef Nathan in seinem weit abgelegenen High-Tech-Haus in den Bergen besuchen. Dort bekommt Caleb die Gelegenheit, den von Nathan (Oscar Isaac) entwickelten Gynoiden (ein weiblicher Androide) Ava (Alicia Vikander) sieben Tage lang zu befragen, bis er ein Urteil über ihre künstliche Intelligenz fällen kann – ähnlich dem Turing-Test.

Im Laufe der Woche hat Caleb nur Kontakt zum exzentrischen Nathan und zu dessen angeblich nicht englischsprachiger Haushaltshilfe und Gespielin Kyoko. Laut Nathan dient dies dem Zweck, dass keine Informationen nach außen dringen können. Caleb bekommt jeden Tag die Möglichkeit, einige Minuten mit Ava zu reden, ihre Gespräche werden, mit Ausnahme während der von Ava ausgelösten Stromausfälle, mit Kameras von Nathan überwacht. Schon nach kurzer Zeit beginnt Caleb, Gefühle für Ava zu entwickeln. Während eines Stromausfalles bei ihrer zweiten Begegnung behauptet Ava, dass Nathan Caleb anlügt und er ihm nicht vertrauen kann. Nach dieser Sitzung fragt Nathan, was Ava während des Stromausfalls gesagt hat. Caleb lügt und behauptet, dass nichts Außergewöhnliches passiert sei.

Auf die Stromausfälle angesprochen, sagt Nathan, dass er sich nicht erklären kann, wie es dazu kommen kann. Er vermutet, dass die Arbeiter bei der Installation etwas falsch gemacht haben. Da sich während der Stromausfälle die Überwachungskameras deaktivieren, weiß Nathan nicht, was in dieser Zeit passiert…

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Regie: Alex Garland
Schauspieler: Oscar Isaac, Domhnall Gleeson, Alicia Vikander, Chelsea Li, Corey Johnson
Genre: Thriller, Science Fiction
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015

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One Response to “Ex Machina | Oscar Isaac | Domhnall Gleeson | Alicia Vikander | Alex Garland | Kritik”

  1. franziska-t says:

    Ich mochte EX MACHINA wirklich sehr, besonders weil im Vorjahr TRANSCENDANCE, der ein ähnliches Thema behandelt, bei mir völlig durchfiel. Die tolle Landschaft/Hausgestaltung und die schauspielerische Leistung aller Beteiligten sind umwerfend. Aber auch das gute Script, dass wirklich alle großen Fragen zur K.I. stellt und teilweise auch beantwortet, überzeugt.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/05/20/ex-machina-2015/

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