Posted by herr.filmtanz on Aug 23, 2015

Maggie | Arnold Schwarzenegger | Abigail Breslin | Kritik

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113 kg Arthouse mit Koloss Arnold Schwarzenegger

Mit größter Neugier habe ich “Maggie”, mit Arnold in seinem ersten Arthouse-Film, erwartet. Ich war sehr gespannt, wie dieses bullige und markante Urgestein, mit seinen 1.88m und gefühlt um die 113 kg Gewicht, in einem Arthouse-Film wirkt. Es ist bestimmt richtig, wenn man sagt, Arnold ist nicht gerade der Schauspieler, welchem man eine feinmotorische Gefühlsmimik im Gesicht verzeichnen kann. Viele werden jetzt denken, das wird ein Zombie-Gemetzel der Extraklasse. Zuschauer, welche mit diesen Erwartungen in “Maggie” gehen, muss ich enttäuschen.

“Maggie” handelt von dem Vater Wade (Arnold Schwarzenegger), dessen Tochter Maggie Vogel (Abigail Breslin) von einem Zombie-Virus infiziert wurde. Maggie wird sich innerhalb einer Woche in eine gefährliche Bestie verwandeln. Die Regierung hat längst Lager eingerichtet, in denen die infizierten Menschen isoliert werden, um diesen Virus in den Griff zu bekommen. Für Wade kommt das Abschieben seiner Tochter Maggie in ein Lager nicht in Frage. Er nimmt Maggie mit auf seine einsame Farm, auf der er zusammen mit der Stiefmutter Caroline (Joely Richardson) von Maggie und zwei weiteren Kindern lebt. Da Maggie für die Kinder eine zu große Gefahr ist, werden sie bei Verwandten in Sicherheit gebracht.

“Maggie” ist in sehr eindrucksvollen und erdrückenden Bildern komponiert, ganz ohne Tempo. Es geht hierbei ganz um die Konzentration um den verzweifelten Vater Wade (Arnold Schwarzenegger) und seiner unheilbar erkrankten Tochter Maggie Vogel (Abigail Breslin). Szenen der Gewalt werden nicht bebildert und ausgeführt, sie laufen unsichtbar im Geiste des Zuschauers ab. Man schaut in das verzweifelte Gesicht von Wade, welcher seine Tochter, wie er sie kennt und liebt, verlieren wird. Als Vater ist es eines der schwersten Momente, wenn man seiner Tochter beim Zerfall zuschauen muss und zum Handeln gezwungen ist. Es geht im Kern in “Maggie” nicht um einen Zombie-Film, sondern um ein Vater-Tochter-Drama.

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Der unerträglichen Angst des unaufhaltsamen Fortschreitens der Krankheit von Maggie Vogel (Abigail Breslin) und der Verzweiflung des Vaters Wade (Arnold Schwarzenegger) als Zuschauer ausgesetzt zu sein, brauchten einen Moment um verarbeitet zu werden. Das Thema Trauer, Verzweiflung und Verlust wurde selten so langsam und auch eindringlich auf der Leinwand transportiert.

Zunächst ist es mir nach dem Film “Maggie” schwer gefallen, meine eigenen Gefühle zu interpretieren und Arnold Schwarzenegger, in dieser schwierigen Vater Rolle, zu fühlen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, spürte ich in mir ein intensives Gefühl der Verzweiflung und Verbitterung, als das markante Gesicht von Arnold Schwarzenegger mir im Geiste projiziert wurde. Ich hätte am liebsten laut losgeheult, sehr bitter fühlt es sich in diesem Moment an.

Arthouse und Arnold Schwarzenegger, emotional in dieser ungewohnt ruhigen Rolle nicht leicht greifbar, er hat es gut gemacht. Dieses Urgestein der Leinwand, diesen Koloss von Schauspieler, mal so zu erleben, es war spannend 😀

Wer mal Lust hat, Jean-Claude Van Damme in einem Arthouse-Film zu erleben, in dem er sich selbst spielt, dem empfehle ich “JCVD (2008)”.

Eine Epidemie fordert Millionen von Menschenleben in den Vereinigten Staaten. Zunächst machtlos, gelingt es der Regierung doch noch die Epidemie einzugrenzen – für die bereits Infizierten kommt allerdings jede Hilfe zu spät. Eine der letzten Infizierten ist die Schülerin Maggie Vogel (Abigail Breslin), die binnen sechs Wochen zur Untoten mutieren wird. Für die ihr verbleibende Zeit kehrt sie in ihr Elternhaus, einer einsamen Farm im mittleren Westen zurück. Ihr Vater Wade (Arnold Schwarzenegger) will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden und sucht fieberhaft nach einem Heilmittel. Doch umso mehr Zeit verstreicht, umso deutlicher wird die Verwandlung und seine kleine Tochter wird zu seiner größten Gefahr…

Packend, berührend und zutiefst angsteinflößend: Arnold Schwarzenegger (‘The Last Stand’, ‘The Expendables’) und Abigail Breslin (Oscar-nominiert für ‘Little Miss Sunshine’) geben in Henry Hobsons ‘Maggie’ dem Genre Horror ein völlig neues, unerwartetes und dramatisches Gesicht. Unaufhaltsam und mit allen Mitteln kämpft ein Vater gegen ein unheilbares Zombie-Virus und gleichzeitig um das Leben seiner Tochter. Am Ende bleibt nur eines übrig: Heilung oder Tod.

Maggie

Regie: Henry Hobson
Schauspieler: Abigail Breslin, Joely Richardson, Arnold Schwarzenegger, J.D. Evermore, Laura Cayouette, Denise Williamson, Raeden Greer, Aiden Flowers
Genre: Drama, Horror
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
Filmspielzeit: 95 Minuten
FSK: 16

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