Posted by herr.filmtanz on Nov 24, 2015

The Final Girls | Taissa Farmiga | Todd Strauss-Schulson | Kritik

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Slasher-Spass mit Herz

Max Cartwright (Taissa Farmiga) und ihre Freunde gehen nur wiederwillig zu einer Jubiläumsvorstellung des berüchtigten Horrorfilms “Camp Bloodbath 1 & 2” aus den 80ern, in dem Max’ verstorbene Mutter Amanda (Malin Akerman) mitspielte. Ein Kino voller Slasher-Nerds, welche den Film in- und auswenig kennen. Als im Kino ein Feuer ausbricht, flüchten sie sich durch einen Riss in der Leinwand. Problem an der Situation, von gerettet sein kann kaum die Rede sein, sie finden sich leibhaftig direkt am Anfang von “Camp Bloodbath 1” wieder.
Während Max und ihre Freunde wie bestellt und nicht abgeholt am Straßenrand stehen, kommt auch schon der gelbe VW-Bus. Hier drehen sie einige Zeitschleifen, weil sie den Weitergang des Films blockieren, es gibt schliesslich ein Drehbuch. Lange dauert es beim Zuschauer nicht, bis es Klick macht und klar ist, “Camp Bloodbath 1” ist eine Anlehnung an den allseits bekannten Streifen “Freitag der 13.”. Mit jeder Kultszene, sobald der völlig durchgeknallte Irre mit seiner Machete und seiner Maske die Szenerie betritt, wird es Tote geben. Für Max und ihre Freunde ist es wirklich sehr dumm gelaufen, kennt man doch den üblichen Ausgang solch eines Slasher-Films. Auch die Kooperation mit den Protagonisten, dass zusammen Pläne schmieden um den irren Killer zur Strecke zu bringen, erhöht die Überlebenschance nur geringfügig. Die einfache Frage ist, wer wird überleben und wie ?

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Sicherlich ist die Idee nicht neu, sich als Zuschauer plötzlich mitten im Film wiederzufinden, es macht aber in dieser Slasher-Komödie erheblichen Spass. Wir haben hier natürlich die tausendfach gesehen Elemente eines Horrorfilms. Eine Hand von Mädels und Jungs begeben sich an einem entlegenen Ort, um durch die Betten zu springen und mal richtig die Sau rauszulassen. Bei den Jungs reicht das Spektrum dann gerne vom hormongetriebenen Macho bis zum lösungsorientierten Softie. Mädels mit Beinen bis zum Boden und Hotpants oder Minirock, für welches jedes Wort zu lang ist, dürfen hier natürlich nicht fehlen. Dem Highschool-Wanderpokal und Törtchen wird hier dann gerne eine schüchterne Alternative gegenübergestellt, welche natürlich unbedingt noch Jungfrau sein muss.

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Ein erfrischender Humor ist es, wenn es beispielsweise – sehr langsam gesprochen – lautet “Oh, eine  Slow Motion, der irre Killer mit seiner Machete ins Bild springt, und man als Zuschauer ein intensives Lachmuskeltraining verabreicht bekommt. Besonders hat mir die Schwinung der Gefühlsebene gefallen. Max wurde – im realen Leben – ihre Mutter Amanda, durch einen Unfall, aus ihrem Leben gerissen. Nichts ist so schwer zu bewältigen, als wenn man auf einmal ganz alleine auf weiter Flur steht und sein Leben selbst in die Hand nehmen muss, gerade wenn man noch so jung ist. Max bekommt durch diese Reise in die Leinwand eine letzte Gelegenheit, von ihrer Mutter Abschied zu nehmen oder mit ihr zusammen in den Himmel aufzusteigen!?

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“The Final Girls” ist für mich in Bezug auf die junge Max Cartwright (Taissa Farmiga) auch ein Coming-of-Age Film, bei der sie ihre Trauer bewältigen und mit Kraft nach vorne blicken muss. Der Regisseur Todd Strauss-Schulson bedient hier mit einer erfrischend unkomplizierten Schwingung das Herz und auch die Lachmuskeln.  Neben der optisch ansprechenden Ausstatung von “The Final Girls” überträgt sich auch der Spass, welchen die Darsteller bei den Dreharbeiten gehabt haben müssen, auf den Zuschauer. 

“The Final Girls” ist eine coole und gelungene Slasher-Komödie 😀 Viel Spass in der Leinwand :-)

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Regie: Todd Strauss-Schulson
Hauptdarsteller: Malin Akerman, Nina Dobrev, Alia Shawkat, Adam DeVine, Thomas Middleditch, Taissa Farmiga, Alexander Ludwig, Chloe Bridges
Genre: Horror, Komödie, “Drama”
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015

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