Posted by herr.filmtanz on Aug 22, 2013

Hunger (IRA 1981, Bobby Sands)

hungerSchmerz, der brutal auf das Gehirn des Zuschauers einprügelt. Brutalste Gewallt, ausgeübt durch die Exekutive. Und dazu ein Gedanke, dass war 1981, IRA, jede Sekunde in meinem Leben spielt sich so etwas wieder ab, also Jetzt. Denkt man in diesem Moment noch an Bradley Manning der modern gefoltert wurde, in den USA, kocht das Blut bis zum überlaufen. Mir geht es nicht um den Film gerade sondern um den Transport.

Niemand sollte Menschen so behandeln wie es Bobby Sands erfahren hat. Dabei spielt es keine Rolle zu was er steht oder was er nach der Ansicht des Rechtssystems verbrochen hat. Und das gilt auch bestimmt für Mörder, … und im Besonderen auch für Menschen die politisch ein Zeichen setzen. Niemand auf der Welt hat das Recht Menschen so zu behandeln.

Der Mittelpunkt in dieser Thematisierung bildet die Plansequenz zwischen Bobby und dem Himmelskomiker, der verstummt nach dem Gespräch mit Bobby. Eine Szene die intensiv unter die Haut geht. Gefolgt von der Konsequenz,  auch wenn die Waffe von Bobby nur noch der Tod sein kann und auch neun weitere im Hungerstreik sterben werden.

Nie war ein Film so greifbar wie dieser, gerade in unserer heutigen Zeit. Realistischer geht es nicht.

Nachtrag: Ich habe den Film in Großbildprojektion gesehen. Bilder die bis zum Tod im Kopf bleiben.

Die Insassen im Hochsicherheitstrakt des Maze-Gefängnisses wollen als politische Gefangene anerkannt werden. Aus Protest weigern sie sich, Gefängniskleidung zu tragen, beschmieren die Zellenwände mit Exkrementen und waschen sich nicht. Die Gefängniswärter und extra dafür herbeigerufene Polizeikräfte misshandeln die Insassen regelmäßig. Einer der Wärter, Ray Lohan, wird daraufhin von einem Attentäter erschossen. Bobby Sands kündigt in einem Gespräch mit dem Priester Moran an, zusammen mit anderen Gefangenen in den Hungerstreik einzutreten, um ihre Forderungen durchzusetzen. Moran bezeichnet dies als Suizid und versucht Sands von der Idee abzubringen, doch dieser antwortet, es sei Mord, da ihre legitimen Forderungen nicht beachtet werden und ist fest entschlossen, notfalls sein Leben für seine politischen Ziele zu opfern. Nach neun Wochen stirbt er an Unterernährung. In seinen letzten Momenten begegnet er sich selbst als Kind. Seine Eltern besuchen ihn noch. Seinen Tod symbolisieren Bilder fliegender Raben. Der Film endet damit, dass Wärter Sands’ Leiche auf einer Bahre wegbringen.

Genre: Drama
Regie: Steve McQueen
Schauspieler: Liam Cunningham, Michael Fassbender, Stuart Graham, Helena Bereen, Liam McMahon
Produktionsland: Irland, Großbritannien
Kinostart: 2009
Laufzeit: 100 Minuten
FSK: 16

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