Posted by herr.filmtanz on Mar 26, 2016

Steve Jobs | Michael Fassbender | Kritik

Steve Jobs

Hello

Eine Mystik umstrahlte die Keynotes von Steve Jobs. Sein visionäres Denken, sein Perfektionismus, umgibt eine unnahbare und magische Schwingung. Nach seinem Tod 2011, begab auch ich mich auf die Reise durch sein Leben, diesen faszinierenden Menschen Backstage kennenzulernen, um tiefer in sein Leben einzutauchen. Einmal die autorisierte Biografie von Walter Isaacson in den Händen, hat man sie bis zur letzen Seite aufgesaugt. Ich spreche hierbei von einer großen Bereicherung, besonders, wenn man selbst IT-Mensch ist (Linux). Noch heute trauere ich meinem geliebten PowerBook G4 12 Zoll (2004) hinterher. Liebe auf den ersten Blick war es, wie als würde man sein eigenes Kind in Händen halten.

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Folgende zentrale Frage stellte ich mir vor dem Film “Steve Jobs”:
“Warum möchtest du diesen Film anschauen?”

Die Antwort ist einfach:
Ich war unglaublich gespannt, wie Michael Fassbender die Rolle als Steve Jobs ausfüllen wird. Dazu gab es Momente der Selbsterkenntnis.

Das Werk “Steve Jobs” entführt den Zuschauer, in diesem Kammerspiel, mit seinen fesselnden Dialogen, hinter die Bühne, Minuten vor seinen berühmten Keynotes, bei denen alles perfekt sein musste: Der Macintosh 1984, der NeXT 1988 seiner Firma und der erste iMac, als er 1998 – Gott sei Dank – endlich zu Apple zurückkehrte. Genial ist dieser Einblick in sein Leben, diese Auswahl, weil wir einen Steve Jobs in Schlüsselmomenten höchster Konzentration erleben.

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Auch nach Tagen wirkt das Werk “Steve Jobs” in mir kontrovers nach. Ausgerechnet die Tochter Lisa, welche im ersten Kapitel, als sie ein Bild in ApplePaint zeichnet, ich direkt in Tränen ausgebrochen bin, wird im Laufe des Films wirklich zu einem nervenden Problem. Der Grund dafür liegt offenbar in mir selbst. Steve Jobs hat Angst davor, seine Tochter mit seinem ganzen Herzen durch das Leben zu begleiten. Wer adoptiert ist, trägt auch, sein Leben lang, einen Schmerz in seinem Herzen, traut sich nicht, die Verantwortung für ein neues Leben zu übernehmen. Beim tieferen Nachdenken über die Tatsache, dass Steve die Vaterschaft leugnet, kommt aber auch der Moment der eigenen Erkenntnis. In dem er zu der Mutter sagt “28 Prozent der männlichen Bevölkerung der USA könnten der Vater von Lisa sein”, begibt man sich, mit diesen wirklich aus der tiefsten Seele widerwärtigen Worten, in einen Zustand des egoistischen Selbstschutzes. Nur so kann man die Kontrolle bewahren, auch wenn man anderen Menschen dabei sehr weh tut, besonders sich selbst. Genug dieser Gedanken, zu viel des Gesagten.

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Ein weiteres Highlight, bei dem es mich fast innerlich zerrissen hätte, sind die Gespräche von Steve mit dem Computeringenieur Steve Wozniak (Seth Rogen). Es sind emotionale Wortgefechte mit einem tiefgreifenden Nachdenken über beispielsweise die Anzahl von Schnittstellen, welche ein Computer haben sollte. Und das eindringliche Verfolgen der Worte von Steve, dass nur ein abgeschlossenes System wirklich einen Wert für die Menschen haben kann. Ich kann mich in beide Seiten zu 100% reindenken. Ich möchte sein wie Steve Jobs, im Herzen bin ich aber Steve Wozniak. Diesen inneren Konflikt werde ich in meinem Leben nie lösen können, außer ich kehre jeglicher Technik den Rücken und mache etwas ganz anderes.

Gibt es Geschenke für den Zuschauer im Film?

Ja unbedingt. Die treue Seele, seine Marketing Managerin Joanna Hoffmann, gespielt von Kate Winslet, sie ist zauberhaft und großartig in ihrer Rolle. Ihre Gespräche mit Steve Jobs sind ein Erlebnis und eine Bereicherung.

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Was hat dich genervt an dem Werk?

Durch die drei Kapitel hindurch, anfänglich wohltuend in 16mm-Material gedreht, wird die Kamera und der Schnitt, durch den zweiten in 35mm-Material gefilmten Teil hindurch, mit dem letzten Kapitel, in digital gedreht, immer hyperaktiver, fast anstrengend. Da ich endlose Dialoge mit einem Wortkleid der Bereicherung liebe, bleibt es dennoch ein Erlebnis.

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Was denn jetzt? Was bleibt nach dem Nachdenken? Grandios oder nicht?

Steve Jobs gehört mit zu den größten Visionären. Er hat mir viele wertvolle Gedanken geschenkt und mich animiert, über mich selbst nachzudenken. Dieses Werk ist eine denkwürdige Bereicherung und Ehrung der Faszination Steve Jobs. Niemand auf dieser Welt könnte Steve Jobs so würdevoll und mit solch einer unglaublichen Dynamik verkörpern, wie der grandiose Michael Fassbender. Dafür großes Lob und Dank an ihn. Steve Jobs schaut bestimmt aus dem Himmel zu und sagt … 😀

Geweint. Aufgeregt. Gelauscht. Gejammert. Fasziniert. Zwiespalt. Nachgedacht. Sich reflektiert. Dankbarkeit im Herzen bleibt.

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Spannend. Überraschend. Inspirierend. Aufbrausend und dabei doch immer sein Ziel vor Augen – ein Mensch mit Ecken und Kanten. ‘Steve Jobs’ nimmt den Zuschauer mit ins Epizentrum der digitalen Revolution und beschreibt den Kampf, eine als unmöglich abgetane Vision Wirklichkeit werden zu lassen: ein Computer für jedermann. Innovation. Charakter. Führungsstil. In ständigen kreativen Auseinandersetzungen, die den Zusammenhalt und das gemeinsame Ziel der drei Freunde immer wieder in Frage stellen, erschaffen Steve Jobs (Michael Fassbender), Steve Wozniak (Seth Rogen) und Ron Wayne Apple und damit die Computer, die die Welt für immer verändern werden. Visionär. Durchsetzungsfähig. Brillant. Von den ersten Anfängen, der Entwicklung des legendären, alles revolutionierenden Macintosh bis hin zum Neuanfang mit dem iMac im Jahr 1998 – ‘Steve Jobs’ erzählt die Geschichte von einem der größten Visionäre unserer Zeit…

Michael Fassbender in der Lebens- und Erfolgsgeschichte des Steve Jobs, visionärer Gründer des ‘Apple’ Imperiums. Dazu gesellt sich Oscar-Preisträgerin Kate Winslet als Joanna Hoffman, die Marketingchefin von ‘Macintosh’. Steve Wozniak, damaliger Mitbegründer von ‘Apple’, wird von Seth Rogen verkörpert. Jeff Daniels stellt den früheren Apple-CEO John Sculley dar, Katherine Waterston ist als Steve Jobs’ Exfreundin Chrisann Brennan zu erleben und Michael Stuhlbarg als Andy Hertzfeld, einer der ersten Entwickler im ‘Apple Macintosh’ Team. Regie führt Oscar-Gewinner Danny Boyle (siehe u.a. ‘Trainspotting’ 1996, ‘Slumdog Millionär’ 2008), das Drehbuch stammt vom Oscar-prämierten Aaron Sorkin nach Walter Isaacsons Bestseller-Biografie des berühmten Apple-Gründers.

Regie: Danny Boyle
Hauptdarsteller: Kate Winslet, Jeff Daniels, Michael Fassbender, Seth Rogen, Michael Stuhlbarg, Katherine Waterston, Sarah Snook
Gerne: Biographie
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015

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