Posted by herr.filmtanz on Jul 24, 2016

THE SURVIVALIST | Olwen Fouere | Mia Goth | Stephen Fingleton | Kritik

Urbane Körperlichkeit und wertvolles Saatgut

Mit dem britischen Regisseur Stephen Fingleton lebt man in dem großartigen Debütfilm THE SURVIVALIST mitten im Wald. Geschaffen hat er ein postapokalyptisches Kammerspiel, welches so lebensecht dargestellt wird, dass man erschaudert. Ein Independent-Meisterwerk, welches man gesehen haben muss.

Der namenlose Einzelgänger und Überlebenskünstler wird hier herausragend gespielt von Martin McCann. Er ist ein Selbstversorger, welcher sich hier etwas wunderschönes Erschaffen hat. Die Gefahr und die Angst vor anderen Menschen, welche die Wälder durchstreifen, hat ihn zu einem anderen Menschen gemacht. Ein Geräusch vor der Hütte reicht, und er springt mit seinem Gewehr aus dem Bett.

Die Tür der Hütte aufgerissen, schaut man in die Gesichter der Mutter Kathryn (Olwen Fouere) und ihre Tochter Milja (Mia Goth). Dieser kalte und durchdringende Blick von Olwen Fouere, er ist von einer atemberaubenden Intensität. Ich werde niemals ihren Blick vergessen, als sie in dem Meisterwerk ‘Cheyenne – This Must Be the Place’ wartend auf die Straße schaut.

Das Besondere an diesem Werk ist, dass die Charaktere ihre Rolle glaubhaft echt spielen. Die Blicke der Mutter Kathryn, als sie sich auf den Deal einlässt, du bekommst Sex mit meiner Tochter Milja, wir bekommen dafür Nahrung, kann man nicht vergessen. Insgesamt wird in diesem Werk wenig gesprochen. Augen haben eine sehr viel intensivere Sprache. Es ist eine bedrückende Stimmung des gegenseitigen Gebens und Nehmens, im Kampf um das Überleben. Wie unermesslich wertvoll Saatgut ist, darüber denkt man, nach der Abschlussszene, intensiv nach.

Dem britischen Regisseur Stephen Fingleton ist mit diesem Debüt-Werk ein zu tiefst körperliches und urbanes Meisterwerk gelungen. Ich habe mich unglaublich gefreut, dass er die großartigen Darsteller Olwen Fouere (‘Cheyenne – This Must Be the Place’) und Mia Goth (‘Nymphomaniac’) für diese intensiven Rollen gewinnen konnte.

THE SURVIVALIST zeigt die Menschheit am Abgrund, jenseits des Abgrunds, im freien Fall – wenn Ideale sterben, wenn ein jeder für sich alleine kämpft, ist der Untergang nicht aufzuhalten. Ein verstörender Film, ein beeindruckendes Debüt, eine Schande, dass dieses Meisterstück filmischer Imaginationskraft in Deutschland nur für das Heimkino erscheint. (Kinozeit)

In einer Welt am Abgrund, in der der die Regel ‘Töten oder getötet werden’ gilt, lebt ein namenloser Einzelgänger (Martin McCann) in einer versteckten Farm tief im Wald und schützt seine spärliche Ernte mit Schrottflinte und improvisierten Fallen vor gefährlichen Eindringlingen. Doch sein einsames Dasein gerät ins Wanken, als eines Tages zwei fremden Frauen, Kathryn (Olwen Fouere) und ihre Tochter Milja (Mia Goth), vor seiner Hütten stehen und ihm einen Deal anbieten: Unterkunft und Nahrung im Austausch gegen Sex. Überwältigt von seinem Verlangen bricht der Survivalist seinen strikten Kodex der Selbsterhaltung und nimmt sie in seiner Hütte auf. Doch in einer Welt, in der jeder Fehler tödlich sein kann, bleibt das Misstrauen ein stetiger Begleiter.

THE-SURVIVALIST-Poster

Regie: Stephen Fingleton
Hauptdarsteller: Andrew Simpson, Martin McCann, Mia Goth, Douglas Russell, Kieri Kennedy
Genre: Drama, Thriller, Sci-Fi
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2015

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