Posted by herr.filmtanz on Apr 4, 2017

FADO | Luise Heyer | Jonas Rothlaender

FADO wirkt mit solch einer Intensität und Energie, als könnte man die Macht der Gezeitenkräfte und die bevorstehende Sturmflut im eigenen Körper spüren.

Jonas Rothlaenders Kino-Langfilmdebüt FADO muss man als atemberaubendes Naturereignis betrachten, welches selten auf der Leinwand, so bebend im gesamten Körper nachwirkt.

Diese bedrohlich ruhige Kameraführung, in diesen langen und durchgehend intensiven Einstellungen, sind mir merkwürdig bekannt vorgekommen. Als ich gerade las, dass diese durchdringende und kunstvolle Fotografie durch die Augen des Kameramanns Alexander Haßkerl von DAS MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN entstanden sind, sind mir Tränen der Begeisterung gekommen.

Die leise und bedrohliche Schwingung und Aura dieses mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichneten Meisterwerks sorgt jede Sekunde dafür, dass man sich kaum zu atmen traut. Von der unsagbar intensiven Wirkung her, erinnert FADO an das genannte Meisterwerk DAS MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN (Ramon Zürcher) und unbedingt auch an DIE FRAU DES POLIZISTEN (Philip Gröning). Zusammen genommen sind es seltene Meisterwerke, welche trotz ihrer leisen und virtuosen Handschrift, den ganzen Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Jonas Rothlaender sollte man definitiv im Auge behalten. Eine Sturmflut im Geiste des Zuschauers auszulösen, gelingt nur sehr selten mit solch einer unfassbaren Energie. FADO bewirkt vielleicht sogar, dass man Ebbe und Flut nie wieder mit den gleichen Augen betrachten kann.

“Fado ist kein Film, sondern eine Macht. […] Dieser starke fiktionale Langfilm Rothlaenders gehört zum Besten, was es in Saarbrücken zu sehen gab. Woran das liegt?”, fügt Simon seinen Gedanken an. Der fühlbare Textraum auf Kino-Zeit im Folgenden.
Kritik auf Kino-Zeit

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Wenn Golo Euler in die Ferne schaut … Wenn Luise Heyer ihre Oberlippe leicht bewegt … Wenn die Kinostadt Lissabon ihren magisch-realistischen Nachtzauber entfaltet … Dann wird Jonas Rothlaenders erster abendfüllender Spielfilm “Fado” zum visuellen Ereignis. Wundersam dichte wie harmonisch durchkomponierte, lange nicht gesehene Einstellungen (Bildgestaltung: Alexander Haßkerl) sind hier in einem gelb-braun schimmernden Kinojuwel zu entdecken, nein: körperlich zu erfühlen. (Kino-Zeit, Simon Hauck)


Für sein Spielfilmdebüt Fado erhielt Jonas Rothlaender 2016 beim Filmfestival Max Ophüls den Filmpreis der saarländischen Ministerpräsidentin für die Beste Regie. Der Film gewann außerdem den Regiepreis beim Filmfestival Achtung Berlin, und den Preis für den besten Spielfilm beim Studentenfilmfestival Sehsüchte in Potsdam-Babelsberg.


Der junge Arzt Fabian hält es nicht mehr aus: Kurzentschlossen reist er nach Lissabon, um seine Ex-Freundin Doro zurückzugewinnen, die dort als Architektin arbeitet. Doro ist überrascht von Fabians plötzlichem Auftauchen und weiß nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen soll, denn schließlich endete ihre stürmische Beziehung einst sehr schmerzhaft. Doch Fabian will ihr beweisen, dass er sich geändert und vor allem seine Eifersucht inzwischen im Griff hat: Er kündigt seinen Job in Berlin, sucht sich eine Wohnung in Lissabon und nimmt sogar Sprachunterricht. Die Ex-Partner nähern sich wieder an und Doro glaubt, dass sie tatsächlich einen Neuanfang mit Fabian wagen könnte.
Doch dann erwacht in ihm wieder die Eifersucht, als er Doros gutes Verhältnis zu ihrem Arbeitskollegen Francisco bemerkt. Bei einem Ausflug kommt es zum Streit und Fabian erkennt, dass er loslassen muss, um seine Ängste zu überwinden. Doch ausgerechnet in dem Moment macht er eine unerwartete Entdeckung, die ihm den Boden unter den Füßen entzieht.

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Regie: Jonas Rothlaender
Drehbuch: Jonas Rothlaender, Sebastian Bleyl
Kamera: Alexander Haßkerl
Hauptdarsteller: Golo Euler, Albano Jerónimo, Luise Heyer, Pirjo Lonka
Genre: Drama
Produktionsland: Deutschland, Portugal
Produktionsjahr: 2016
DVD-Start: 31.03.2017

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