Posted by herr.filmtanz on Feb 24, 2017

SAFARI | Ulrich Seidl | Gedanken | Trailer

Wenn “Stücke” den Todeskampf “zeichnen”. Der offensichtliche SS-Jargon erschüttert, der verachtende Rassismus ebenfalls. In dem neuen Werk SAFARI, des großartigen österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl, begeben wir uns mit seelenlosen, reichen österreichischen Mördern auf Großwildjagd in Afrika.

Die Einheimischen dürfen danach den toten Giraffenbullen, welcher im Antlitz des Todes des Weibchens verstirbt, ausweiden und beseitigen. Ich erinnere mich gerade an eine KZ-Lager-Szene mit einem Gewehr von einem erhobenen Balkon – die Lust zu töten, “ich” begnadige dich – und an den “Tonraum” des Todes in “Son of Saul”. Mit dem Verständnis tierleidfrei zu (Über-)Leben, bildet SAFARI für mich eine Herausforderung des Schmerzes und der Tränen. SAFARI startet am 08.12.2016 in den deutschen Kinos.

Als Naturfotograf schieße ich gerne auf Tiere, mit der Kamera. Diese zwei Minuten, aus diesem Werk, sie sind für mich eine seelische Folter! Nach seinem Werk IM KELLER nimmt der österreichische Regisseur Ulrich Seidl die Urlaubs-Großwildjäger in seinem Land ins Visier. Für diese reichen Mörder ist es ein Glücksgefühl, auf einer SAFARI in Afrika wilde Tiere zu “erlösen”.

Ulrich Seidl (IM KELLER) provoziert mit seiner filterlosen und stilisierten Dokumentation Menschen zum Denken – ein sehr wichtiger Regisseur.

Ich liebe Tiere aus tiefstem Herzen, beobachte sie jeden Tag, freue mich mit ihnen, trauere mit ihnen. Ulrich Seidl trifft mich hier an meiner verletzlichsten Stelle, wenn er diese Mörder und dazu, ganz offenbar auch Rassisten, vor die Kamera bringt. Shaun Monson hat mit seiner Dokumentation EARTHLINGS die Massentierhaltung dem Holocaust gleichgesetzt. Auch wenn es für mich sehr schwierig zu Ertragen ist, werde ich mich dieser Dokumentation von Ulrich Seidl stellen.

Es ist wichtig für mich, diese das Innere zerreißenden Momente zu durchleben. Nur so kann jeder Mensch, diesem wunderbaren Planeten Erde, allen wunderbaren Lebewesen, einen kleinen Beitrag der Hochachtung und Dankbarkeit erweisen, sich Verändern, sie am Leben lassen.

In meinem Inneren tobt gerade erneut ein Sturm, welcher das Wort Contenance nicht kennt! Ich möchte mich schlecht fühlen, möchte intensiv denken, nach dem Licht der Leinwand in diese schreckliche Welt. Zu hoffen bleibt, dass diese Dokumentation etwas bewirkt. Im Kleinen wie im Großen. Ich wünsche mir, dass dieses Werk von vielen Menschen gesehen wird, darüber geredet wird!

Regie: Ulrich Seidl
Drehbuch: Ulrich Seidl, Veronika Franz
Kamera: Jerzy Palacz, Wolfgang Thaler
Schnitt: Christof Schertenleib
Genre: Dokumentation
Produktionsland: Dänemark, Österreich
Produktionsjahr: 2016
DVD-Start: 24.03.2017

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