Posted by herr.filmtanz on Jun 29, 2017

OKJA | Bong Joon-Ho

Was ich mir nie vorgestellt, was ich nie so hoffen gewagt habe, ist Bong Joon-Ho mit seinem Werk OKJA mit voller Kraft gelungen. Fast verschluckt man sich an der Intensität der eigenen und von ihm in jeder Sekunde so liebevoll und tiefsinnig ausgeführten Gedanken, um dann in Freiheit entlassen, die Sprache und das Leid der Seelen der Tiere verstanden zu haben.

In dem Werk SNOWPIERCER spricht der südkoreanische Regisseur Bong Joon-Ho den Kannibalismus unter Menschen in einer apokalyptischen Situation an, die Geburtenkontrolle auf engstem Raum. Nachdem Tilda Swinton ihre Worte zur optimierten Industrialisierung der Fleischverwertung in seinem neuen Werk OKJA formt, wir nebenbei auch etwas für den Klimawandel tun, wird es mir als veganer Mensch in meiner Seele nachdenklich und besorgt übel. Wer ERTHLINGS komplett gesehen hat, wird diesen Film mit anderen Augen sehen, dass seelenlose und kapitalistische ausbeutende Dilemma der Menschheit erkennen.

Assoziiert man zudem László Nemes Werk SON OF SAUL in einer sehr intensiven Szene, wirkt es wie ein Rollercoaster der Grausamkeiten. Ein herausragendes Werk, mir zittern die Knie.

Jake Gyllenhaal öffnet in dem Meisterwerk OKJA von Bong Joon-Ho einen Kühlschrank und macht ihn angewidert wieder zu. Was ein Kühlschrank und SNOWPIERCER gemeinsam haben, möchte ich nicht preisgeben. Wir mussten gestern an dieser Stelle die Vorstellung für Minuten pausieren – ein Lachflash – cooler geht es wirklich nicht. Neben einem komplett abgedrehten Jake Gyllenhaal darf man sich auf die göttliche Tilda Swinton in einer Doppelrolle freuen. Die von Seo-Hyun Ahn Mija und OKJA verdienen eine Umarmung auf tiefstem Herzen.

OKJA, auf Netflix verfügbar, ist ein sehr dringlicher Sehbefehl! Unbedingt den Abspann abwarten!

Die junge Mija (Seo-Hyun Ahn) ist gemeinsam mit ihrer besten Freundin, einem riesigen, aber sanftmütigen Tier namens Okja, in den Bergen Südkoreas aufgewachsen. Doch mit dem paradiesischen abgeschiedenen Leben ist es vorbei, als ein internationaler Konzern namens Mirando, der von der arroganten Geschäftsführerin Lucy Mirando (Tilda Swinton) angeführt wird, Okja nach New York entführt, wo sie für kapitalistische Zwecke benutzt werden soll. Mija beschließt, ihrer riesigen Freundin zu helfen, und startet eine planlose, aber entschlossene Rettungsaktion. Dabei muss sie sich nicht nur mit profitgierigen Konzernen auseinandersetzen, sondern auch mit wütenden Demonstranten und Konsumenten, die Okja ebenfalls für ihre jeweiligen Zwecke einspannen wollen, und erlebt allerlei gefährliche Abenteuer.

OKJA, welcher auf dem Filmfestival in Cannes 2017 im Wettbewerb lief, ist seit dem 28.06.2017 leider(!) nur auf Netflix verfügbar.

Beatrice Behn hat für Kino-Zeit OKJA angeschaut und diese denkwürdige Kritik für Kino-Zeit verfasst.

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Regie: Bong Joon-Ho
Drehbuch: Jon Ronson, Bong Joon-ho
Kamera: Darius Khondji
Schnitt: Jin mo Yang, Meeyeon Han
Hauptdarsteller: Tilda Swinton, Jake Gyllenhaal, Shirley Henderson, Paul Dano, Lily Collins, Steven Yeun
Genre: Drama, Fantasy, Abenteuerfilm
Produktionsland: USA, Südkorea
Produktionsjahr: 2017
Netflix-Start: 28.06.2017

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