Posted by herr.filmtanz on Jul 9, 2017

DIE SCHÖNEN TAGE VON ARANJUEZ | Peter Handke | Wim Wenders

Peter Handke habe ich erst vor Kurzem durch die wunderbare Dokumentation ‘Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte’ kennengelernt und mich sofort in seine Wortsprache und diesen Menschen verliebt. Wim Wenders reduziert die Leinwand-Adaption DIE SCHÖNEN TAGE VON ARANJUEZ von Peter Handke, bis auf wenige Ausnahmen, auf ein Gespräch zwischen einem Mann und einer Frau auf einer Terrasse.

Sophie Semin (die Ehefrau von Peter Hanke) imaginiert, mit der wundervollen Sprache ihrer Augen, in den besten Momenten, Bilder des Beschriebenen im eigenen Geist. Ganz wunderbar beginnt die Aura der Worte in diesen Momenten zu Schwingen, während die Blätter das Lied des Windes anstimmen.

Leider erweist sich der männliche Gegenpart Reda Kateb, als absoluter Fehlgriff in der Besetzung. Hat man eben noch frohlockend in den Augen von Sophie Semin gebadet, wirkt es im nächsten Moment wie ein seelenloses Eisbad, wenn man in das ausdruckslose Gesicht von Reda Kateb schaut. Vielleicht schnappt man sich einfach ein besseres Werk von Peter Handke, legt sich auf eine menschenleere Sommerwiese auf eine Decke und formt im eigenen Geiste einen eigenen Film.

Nuri Bilge hat mit seinem Meisterwerk WINTERSCHLAF gezeigt, wie wunderbar und fesselnd es sein kann, zwei Menschen bei intellektuellen Gesprächen des Denkens zuzuschauen – wahrlich ein Hochgenuss.

Leinwand-Adaption des gleichnamigen Theaterstücks vom deutschen Schriftsteller Peter Handke, inszeniert von Wim Wenders.

Es ist Sommer. Auf einer grün umrankten Veranda, die zu einem prachtvollen Garten führt, sitzen ein Mann und eine Frau an einem Tisch, umgeben von Bäumen, durch deren Blätter gelegentlich eine angenehme Brise weht, während irgendwo in der Ferne Paris liegt. Die beiden unterhalten sich angeregt, es ist ein einziges Fragen und Antworten. Dabei diskutieren sie über allerlei Themen: über die Erfahrungen mit der Liebe, die Kindheit, Erinnerungen, über das Wesen des Sommers. Und darüber, was Männer und Frauen letztendlich in ihrer Wahrnehmung unterscheidet. Und noch während sie im Zwiegespräch vertieft sind, tippt ein Schriftsteller im angrenzenden Haus fleißig neue Dialogzeilen in seine Schreibmaschine. Ob er sich gerade das Gespräch ausdenkt, das die beiden im Garten führen? Oder ist es umgekehrt?

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Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Wim Wenders, Peter Handke
Kamera: Benoît Debie
Schnitt: Beatrice Babin
Hauptdarsteller: Jens Harzer, Reda Kateb, Nick Cave, Sophie Semin, Peter Handke
Genre: Drama
Produktionsland: Deutschland, Frankreich
Produktionsjahr: 2016

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