Posted by herr.filmtanz on Oct 20, 2013

The Purge – Die Säuberung

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Der Prolog am Anfang des Films … Aufreger

Amerika. 2022. Die Arbeitslosenquote liegt bei 1%.
Noch nie war die Kriminalität so gering.
Es gibt kaum Gewalt.
Bis auf eine Ausnahme …
Gesegnet seien die neuen Gründerväter,
das wir unsere Seelen säubern dürfen.
“Gesegnet sei Amerika,
eine wiedergeborene Nation!”

Die Ausnahme sind 12 Stunden im Jahr in denen jedes Gesetz ausser Kraft gesetzt wird. In diesen 12 Stunden darf jeder straffrei Morden und Foltern. Es ist hier ausdrücklich am Anfang die Rede davon, das sämtliche Verbrechen einschließlich Mord für 12 Stunden erlaubt sind.

Der Film schafft es zunächst, mit einer ganzen Ladung an Gedanken, sich perfekt im Gehirn zu installieren. Hier laufen die Gedanken auf Hochtouren, hat man den Prolog im Kopf, und ist man dazu noch selbst sehr USA kritisch. Denkt man dann noch an die aktuellen politischen Ereignisse in den USA, zündet der Film voll durch. Szenen, bevor ab 19 Uhr 12 Stunden geschlachtet wird, sich die Familie in aller Ruhe, wie jedes Jahr, in ihrem Hochsicherheits-Haus halt sicher fühlt. Der Vater verkauft solche Sicherheits-Systeme, verdient also an der Säuberung sein Geld. Also die Stahl-Rollos runterfahren und wie jedes Jahr einfach abwarten bis die Armut und die Menschen die sich so ein Sicherheits-System nicht leisten können, hingerichtet sind. 12 Stunden einfach die Augen zu.

Natürlich installiert der Film einen farbigen und der Sohn lässt den Hilfesuchenden rein in diese ach so heile Welt. Das ist der Moment in dem die Familie konfrontiert wird mit dieser Aussenwelt, eine Aussenwelt die keiner sehen will. Ein Obdachloses Schwein (Zitat) das keiner in der ach so heilen Welt haben möchte. Man ist sich nicht sicher zu was so ein Mensch im Stande ist (Zitat).

Genau an dieser Stelle hat der Film potenzial was ganz Großes zu werden. Denkt man an gesellschaftskritische Themen und Rassenhass, … macht der Film das einfach sehr sehr perfekt. Ein Thriller über USA-Gesellschaft der sich eben nicht auf den Strassen abspielt, sondern in den eigenen vier Wänden die doch so sicher sind. Dabei bleibt der Gedanke an Panic-Room, den Film, natürlich nicht aus. Intelligent und mit einer großen Spannung wird der Film eine Stunde installiert. Aber dann.

In dem Moment als die Sicherheitstür zum Zeitpunkt 58:22 aufgebrochen wird vernichtet sich der Film mit jeder Minute selbst. Das ist dann plötzlich peinliches Indoor-Horror-Kino was nur noch wirkt wie ein 08/15 Horror-Film. Jede Sekunde schafft es der Film dann sich selbst zu zerstören. Was erst so Gut war einfach in die Tonne damit. Unlogische-Szenen am Stück bei denen man einfach abschalten sollte.

Ich hatte zu Anfang geschrieben im Prolog “Es gibt kaum Gewalt”. Mir kocht das Blut bis zum Anschlag wenn ich an die Oberflächlichkeit im Abgang denke mit der hier James DeMonaco seinen Film installiert. Natürlich ist es wieder ein Farbiger der in die Freiheit entlassen wird. Die armen Farbigen haben halt mehr Moral als die scheiß Reichen in ihrem Sicherheitsgefängnis ?

Denkt euch mal 12 Stunden keine Gesetze. Der Mensch ist ein Tier der Gesetze braucht, der Antrieb das Geld. Die Aussage das durch “Die Säuberung” keine Gewalt mehr auf den Straßen ist, einfach Schrott, das kann nicht funktionieren. 12 Stunden in denen ich auch mal straffrei Kinder foltern und misshandeln kann, und dann haben die Irren ein Jahr Pause. Keine Armut mehr ? Kein Neid ?

Der Film regt sehr sehr zum Nachdenken an, zerstört sich dann aber selbst mit einer unglaublichen Energie. Unbegreiflich wie man so etwas nicht sehen kann. Und morgen haben wir wieder alle vergessen was wir getötet und vergewaltigt haben, eben ein ganz normaler Tag mit Sonnenschein. Das ist das neue Amerika.

“Gesegnet sei Amerika, eine wiedergeborene Nation!” (2022)

Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und es gibt nur ein Ziel: Überlebe diese Nacht! Die Kriminalität in Amerika lässt sich nicht mehr eindämmen und die Gefängnisse sind überfüllt. Um die Lage in den Griff zu bekommen, etabliert der Staat den sogenannten ‘Purge-Day’, das heißt, er gewährt jedes Jahr eine zwölfstündige Generalamnestie. In dieser Zeitspanne bleiben alle illegalen Aktivitäten straffrei, Mord eingeschlossen. Die Polizei kommt niemandem zu Hilfe. Alle Krankenhäuser werden geschlossen. Eine Nacht lang bestimmen die Bürger ihre eigenen Regeln, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Der alljährlichen Purge-Day steht kurz bevor und das heißt Hochbetrieb für James Sandine (Ethan Hawke), einen Spezialist für Sicherheitssysteme. Denn um der ausbrechenden Anarchie zu entfliehen, verbarrikadiert sich jeder, der es sich leisten kann, mit Hilfe modernster Technik in seinen eigenen vier Wänden. Es gilt, 12 Stunden unbeschadet zu überstehen, so auch für James, seine Frau Mary (Lena Headey) und ihre beiden Kinder. Alles scheint sicher zu sein, bis plötzlich ein um Hilfe rufender Fremder vor ihrem Haus auftaucht. Als dieser Unterschlupf in deren Haus findet, gerät die bedrohliche Situation außer Kontrolle. Eine Kettenreaktion schrecklicher Ereignisse, die das Leben von Familie Sandine für immer verändern wird.

Genre: Thriller, Horror
Regie: James DeMonaco
Schauspieler: Ethan Hawke, Lena Headey, Edwin Hodge, Rhys Wakefield, Tony Oller, Max Burkholder, Adelaide Kane, Tom Yi
Produktionsland: USA
Kinostart: 2013
Laufzeit: 86 Minuten
FSK: 16

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