Posted by herr.filmtanz on Jan 28, 2019

FOXTROT | Samuel Maoz | Film-Tipp

Dem israelischen Regisseur Samuel Maoz spreche ich für seine Anti-Kriegs-Parabel FOXTROT ein großes Lob aus.
Lior Ashkenazi in der Rolle als Michael, dem Vater des gefallenen Sohnes Jonathan (Yonaton Shiray), er ist überragend. Was die eigene Seele, mit einem Blick in seine Augen, sein Gesicht, hier im ersten Akt aushalten muss, ist an Schmerz, Empathie und Aura nicht in Worte zu fassen. Begleitet wird dieses von der exzellenten Kameraarbeit von Giora Bejach.

Die ersten 30 Minuten traute ich mich nicht zu atmen. Wie traumatisiert durch den Holocaust, tanzt man im Stillstand. Die Gedankenebenen, welche Maoz hier mit seiner Satire aufbaut, sind tiefgründig und ein Volltreffer. Isreal in Schieflage gefangen. Teilweise ist das so surreal, dass man den Wahnsinn dieses Krieges kaum verstehen kann.
FOXTROT ist ein Tanz auf der Stelle. Es entspringt aber auch dem phonetischen Alphabet der Nato. Ich würde hier dringlich um eine Sichtung bitten!!!

In der Form eine griechische Tragödie, im Ton ein Drama und auch beißende Satire, im Kern eine deutliche, schonungslose Kritik an seiner israelischen Heimat und den zum Teil aufgedrängten, zum Teil selbstgewählten Kriegen, die das Land und die Psyche seiner Bewohner seit Staatsgründung prägen. All das ist Samuel Moaz „Foxtrot“, ein streng inszenierter, komplexer, intelligenter, vielschichtiger Film. (Programmkino)

Begleitend zu dem großartigen Werk FOXTROT lege ich euch den Beitrag von ttt – titel thesen temperamente zu Herzen.

Nach seinem Spielfilmdebüt Lebanon (2009) legt Samuel Maoz mit „Foxtrot“ eine Anti-Kriegs-Parabel nach, die in seinem Heimatland Israel mit Preisen bedacht, aber auch von Kontroversen begleitet wurde. Die Jury der 74. Internationalen Filmfestspiele von Venedig bedachte das neue Werk des Regisseurs und Drehbuchautors 2017 mit ihrem Großen Preis. (Kino-Zeit)

 

Das wohlhabende Ehepaar Michael Feldmann und Daphna Feldmann erreicht in Tel Aviv eine schreckliche Nachricht: Ihr Sohn Jonathan ist als Soldat “im Dienst des Landes” gestorben. Die Trauer um ihr Kind ist bodenlos. Doch wie ist es dazu gekommen, wenn ihr Junge im Zuge seines Militärdienstes doch vor allem einen Grenzposten zusammen mit vier anderen Soldaten bemannt hat? Und wie sollen sie in Zukunft mit dem Verlust und ihren Schuldgefühlen umgehen? Foxtrot entfaltet die Tragödie seiner Protagonisten auf drei Zeit-Ebenen: zum Zeitpunkt, an dem die Eltern die traurige Nachricht vom Tod ihres Sohnes erhalten, in einer Rückblende zum Militärdienst des jungen Mannes und in einem Handlungssprung voraus, sechs Monate nach dem Verlust.

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Regie: Samuel Maoz
Darsteller: Lior Ashkenazi, Dekel Adin, Sarah Adler, Yehuda Almagor
Genre: Drama
Produktionsland: Deutschland, Frankreich, Israel
Produktionsjahr: 2017
Kinostart: 12.07.2018

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