Posted by herr.filmtanz on Mar 12, 2019

STILLES LAND | Andreas Dresen | TV-Tipp am Di.

Di. 12.03.2019, um 01:30 Uhr auf ARTE.

In einer kleinen Stadt irgendwo im Norden der DDR gibt es ein Theater mit einer winzigen Bühne, mittelmäßigen Schauspielern und großen Träumen, die hier begraben wurden. Hierher verschlägt es Regisseur Kai. Während er um die Durchsetzung seiner Ideen kämpft, wird irgendwo in der fernen Hauptstadt Revolution gemacht, denn es ist Herbst 1989. Debütfilm (1992) von Andreas Dresen.


Die Wende in der Provinz, das Debüt von Andreas Dresen. Die DDR im Herbst 1989: Den jungen ambitionierten Regisseur Kai verschlägt es an ein Provinztheater im hohen Norden. Während draußen das Land zusammenbricht, versucht er mit ‘Warten auf Godot’ neuen Schwung in das resignierte Ensemble und die triste Kleinstadt zu bringen. Blaue Augen und Missverständnisse bleiben da nicht aus. 6 Kurzfilme:

‘Konsequenzen’ (1987): Der letzte Arbeitstag eines Industriearbeiters in der DDR zwischen lauten Maschinen, Duschräumen und Lebensplänen gegen die Vernunft.

‘Was jeder muss’ (1988): Susanne und Dieter sind 20. Sie haben gerade ein Baby bekommen. Das Familienleben könnte beginnen, aber Dieter muss zur Armee. Der Film begleitet ihn die ersten sechs Wochen, zeigt Zweifel, Einsichten und Zustände, die kaum zu akzeptieren sind. Ein kleiner realistischer Blick in die NVA vor der Wende.

‘Nachts schlafen die Ratten’ (1988): Ein kleiner Junge in der Trümmerwüste des zweiten Weltkriegs und die Notlüge eines älteren Mannes – nach einer Geschichte von Wolfgang Borchert.

‘Zug in die Ferne’ (1989): Ein trostloser Provinzbahnhof und sechs Personen, die auf den verspäteten Anschlusszug zum Hauptbahnhof warten. Über das Fernweh und die Sehnsucht der Eingeschlossenen im Oktober 1989, als den November noch keiner vermutete.

‘Jenseits von Klein Wanzleben’ (1989): Ein Dokumentarfilm über den Alltag einer kleinen DDR-Brigade in Simbabwe, die zwischen exportierter Spießigkeit und besten Absichten, junge Afrikaner in Bauberufen ausbildet.

‘So schnell geht es nach Istanbul’ (1990): Die einfühlsam erzählte Begegnung eines türkischen Gastarbeiters und einer Ost-Berlinerin kurz nach der Öffnung der Mauer – voller Unsicherheit und Situationskomik.

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