Posted by herr.filmtanz on Nov 18, 2013

Paulette | Nachwort | Bernadette Lafont | Kritik

“Sie hätten es wirklich verdient, weiß zu sein“

Als ich von dieser französischen Komödie erfahren habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich liebe französische Komödien und hatte mich sofort in Paulette (Bernadette Lafont) verliebt, welche hier die Hauptrolle spielt. Kommt dazu noch schwarzer Humor, musste dieser Film angeschaut werden :-) Wie sich herausstellen sollte dieses Jahr, der Film bei dem ich am meisten … Nachwort … (mehr unten)

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Einleitend in den Film sehen wir alte Aufnahmen aus der Zeit, als sie noch mit ihrem Mann zusammen glücklich war. Sie hatten ein Restaurant. Paulette, ausgezeichnet mit einem Preis für ihre Backkünste und stolze Bilder wie sie ihr Back-Diplom hochhält. Das war eine sehr glückliche Zeit, die aber längst vergangen ist.

In der nächsten Szene erleben wir Paulette, sie ist mittlerweile achtzig Jahre alt, bei einer Beichte mit einem schwarzen Priester. Sie beichtet das sie den Japsen, welche jetzt ihr Restaurant haben, Küchenschaben ins Essen getan hat. Überhaupt macht sie alle Ausländer die ihr Land Frankreich überflutet haben, für ihre Lage verantwortlich.  Diese ganzen Schlitzaugen, Araber, Neger die uns die Arbeit wegnehmen. Kurz später sagt sie dann zu dem Priester “Sie hätten es wirklich verdient, weiß zu sein”. Der Blick des Priesters spricht in diesem Moment echt Bände :-)

Paulette lebt am Rande von Paris alleine in einer Sozialwohnung, ihr Mann ist verstorben. Auskommen muss sie mit 600 Euro Rente, welches hinten und vorne nicht reicht. Das Leben in dieser sozial schwachen Plattenbau-Siedlung hat sie hart gemacht, wer hier überleben will muss kämpfen. Auch der Kampf um noch essbaren Müll bleibt hier nicht aus, da verwendet sie auch gerne mal ihr Pfefferspray. Paulette ist ruppig, böse, unglaublich rassistisch und hat in jeder Situation ein barsches Wort auf den Lippen.  Dieses aber im Zuge einer schwarzen Komödie auf eine sehr gekonnte liebevolle Art, die so unglaublich zum brüllen komisch ist. Dazu kommt noch das ausgerechnet ein Schwarzer (er ist Polizist) ihre Tochter geheiratet hat und sie ein schwarzes Kind haben.

Das ganze sind wunderbare Vorraussetzungen für einen tollen Film :-) Paulette hat sowieso schon nichts und dann kommt auch noch der Gerichtsvollzieher und nimmt ihr das letze was sie hatte. Paulette ist aber eine Kampf-Oma und sie wird im folgenden in das Drogengeschäft einsteigen. Sie wird, durch ihre Backkünste begünstigt, einer der topp Drogendealer in ihrem Viertel werden. Zur Seite werden ihr ihre Freundinnen stehen, zusammen sind sie ein Hammer-Team :-) Paulette wird in ihrer Sozialwohnung eine Backstube errichten, eine unglaublicher Erfolg der sogar den russischen Drogenbaron auf den Plan ruft und sie gerne als Paten möchte. Eine super tolle Szene :-)  Paulette ist eine Geschäfts-Oma mit Herz und Blut und das lieben ihre Kunden an ihr :-) Aber auch eine Entwicklung zeigt der Film :-) Ein tolles Ende das im Herzen so so gut getan hat :-) Die Oma-Gang ist so schnell nicht zu knacken :-) Am Ende, ich sag nichts dazu … Hammer klasse :-)

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Dieser schwarze Humor in dem Film hat mich unglaublich eingefangen ab den ersten Minuten. Ich habe das dieses Jahr so noch nicht erlebt, einfach galaktisch :-) Diese Situationskomik zusammen mit den Worten von Paulette und dazu diese Musik, das geht nicht besser :-) Ein im Grunde so schwieriges Thema so unglaublich toll darzustellen, mit so viel schwarzem Humor, das ist eine echte Meisterleistung :-) Bei keinem Film dieses Jahr habe ich so am Stück gelacht :-) Ein intelligenter schwarzer Humor der mir jede Minute einfach die Schuhe vor lachen ausgezogen hat :-) Ok, ich bin immer Barfuss *lol* :-)

Bernadette Lafont spielt die Paulette so derart meisterhaft, dass sie jede Minute die Leinwand mit einer absoluten Wucht durchstrahlt. Ihre Mimik, ihr Gang, in der Rolle der Paulette sind vollendet, einfach alles ist so unglaublich toll  :-) Ich habe dieses Jahr noch nie zu einem Film so gelacht am Stück. Das war so großartig :-)

Nachwort:
Bernadette Lafont verstarb im Alter von 74 Jahren am 25.07.2013, 7 Tage nachdem dieser nie vergessene fantastische Film “Paulette” im Kino erschienen ist. Für mich wird sie für den wunderbaren Abschluss ihrer Filmkarriere einen Platz in meinem Herzen behalten :-) Bernadette Lafont du bist galaktisch toll :-) Von mir von ganzem Herzen 5/5 Sterne :-)

Paulette (Bernadette Lafont) ist eine ruppige 80-jährige Dame, die weiß, was sie will – und auch, was sie nicht will. Dass sie ganz allein in einem zwielichtigen Pariser Vorort lebt, kann sie nicht schrecken. Nur ihre allzu schmale Pension bringt Paulette immer wieder auf die Palme. Als ihr eines Abends beim Müllrausbringen ein Päckchen Marihuana in den Schoß fällt, beschließt Paulette, ihrer Geldmisere ein Ende zu machen. Paulette wird Haschisch-Dealer! Als ehemalige Konditor-Meisterin bringt sie für diesen Job neben einem ausgeprägten Geschäftssinn und echten Giftzwerg-Qualitäten auch grandiose Backkünste und hilfreiche Freundinnen vom Nachmittagstee mit. Vorteile, die ihrer Lederjacken-tragenden Konkurrenz im Viertel eindeutig abgehen. Plötzlich gibt es nicht nur einen neuen Dealer im Quartier. Paulette wird bald zur unbezwingbaren Königin des kultivierten Drogenhandels. Erst als die mächtigen Hintermänner der lokalen Drogenversorgung Paulettes Talent für sich nutzen wollen und sogar ihren Enkelsohn als Geisel nehmen, wird die Sache ungemütlich. Doch Paulette und ihre Freundinnen haben da eine Idee, wie man sich die garstigen Mafiosis vom Hals halten kann, bevor irgendjemand ins Gras beißt.

Genre: Komödie
Regie: Jérôme Enrico
Schauspieler: Bernadette Lafont, Carmen Maura, Dominique Lavanant, Françoise Bertin, Kamel Ladaaili, Betty Bayen
Produktionsland: Frankreich
Kinostart: 18.07.2013
Laufzeit: 97 Minuten
FSK: 12

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