Posted by herr.filmtanz on Dec 11, 2019

CLAIR OBSCUR | Yeşim Ustaoğlu | TV-Tipp am Mi.

ELMAS Ecem UzunMi. 11.12.2019 um 23:00 Uhr auf ARTE.

Ein Krankenhaus in einem kleinen Küstenort in der Türkei: Die Psychiaterin Sehnaz behandelt eine traumatisierte Patientin. Elmas Ehemann und ihre Schwiegermutter sind an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Sehnaz soll herausfinden, was die Frau mit dem Tod der beiden zu tun hat. – Bewegendes Drama (2016, Regie: Yeşim Ustaoğlu) über das Recht auf weibliche Selbstbestimmung.

Eine Psychologin aus Istanbul absolviert in einer abgelegenen Küstenstadt ein Pflichtpraktikum, wobei sie einer traumatisierten Frau begegnet, die nach dem Unfalltod ihrer Familie von Schuldgefühlen zerfressen wird. Obwohl die Frauen aus unterschiedlichen Schichten diametral entgegengesetzte Lebenserfahrungen gemacht haben, deckt die Therapie bei beiden eine tief verwurzelte Einsamkeit auf, die aus der weiblichen Unterdrückung in einer patriarchalen Gesellschaft herrührt. Das komplexe Drama über traditionalistische Rollenbilder von Körper, Sexualität und Persönlichkeit setzt die Befindlichkeiten der aufgewühlten Frauen in eine existenzialistische Bildsprache um, bleibt dabei aber eher akademisch, als dass es berührt. (Filmdienst)


Das Leben der Psychiaterin Sehnaz scheint perfekt zu sein: Sie ist mit dem erfolgreichen Architekten Cem verheiratet, lebt in einer schicken Wohnung in Istanbul und hat Karriere gemacht. Unter der Woche lebt sie in einem kleinen Küstenort, um im dortigen Krankenhaus zu arbeiten. Dort behandelt sie die junge Elmas, die nach dem Tod ihres Ehemanns und ihrer Schwiegermutter völlig verstört eingeliefert wurde. Nach und nach öffnet sich Elmas gegenüber der Psychiaterin und ihre traurige Vergangenheit kommt ans Licht. Als junges Mädchen wurde sie von ihren Eltern zwangsverheiratet und war seitdem von ihrem Ehemann bevormundet und missbraucht worden. Die Therapie schlägt nicht nur bei Elmas an. Sehnaz regen die Gespräche mit der jungen Frau zum Nachdenken über ihre eigene Ehe an. Denn hinter der perfekten Fassade fühlt auch sie sich von ihrem Mann Cem bevormundet und in ihrer Sexualität und ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung nicht wahrgenommen. Yesim Ustaoglu gilt seit „Reise zur Sonne“, „Wolken stehen am Himmel“ oder „Pandoras Box“ als wichtigste Regisseurin der Türkei. Ihre vielfach ausgezeichneten Filme beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Fragen jenseits der Debatten, die im Fokus der breiten Öffentlichkeit stehen wie die Kopftuch- oder die Islamismus-Debatte. Mit „Clair Obscur“ wagt sich die für ihren poetischen Stil bekannte Filmemacherin an das vielleicht größte Tabu der türkischen Gesellschaft – die Sexualität der Frau. Der Film erzählt die Geschichte des sexuellen Erwachens einer jungen Frau, die das Recht auf ihren eigenen Körper entdeckt und in Anspruch nimmt. (ARTE)

clair-obscur-poster

Von Yeşim Ustaoğlu mit Funda Eryigit, Ecem Uzun und Mehmet Kurtulus.
(Drama, Türkei, Deutschland, Frankreich, Polen, 2012)

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