Der Verdingbub | ARTHOUSE CINEMA
Posted by herr.filmtanz on May 18, 2013

Der Verdingbub

verdingbub

Die Schweiz um 1950. Der zwölfjährige Waisenjunge Max (Max Hubacher) träumt von einer richtigen Familie. Als ihn der Pfarrer (Andreas Matti) auf den Bauernhof der Bösigers verdingt, hofft Max auf Liebe und Zuneigung. Doch der trunksüchtige Bauer (Stefan Kurt) und seine Frau (Katja Riemann) halten ihn wie ein Arbeitstier. Auch der Sohn Jakob (Max Simonschek) setzt dem Verdingbub körperlich und seelisch zu. In der Schule bemerkt die Lehrerin (Miriam Stein) die Spuren der Misshandlungen. Sie verhilft Max zu Selbstachtung, indem sie seine Leidenschaft für das Spielen der Handorgel fördert. Ein Auftritt beim örtlichen Schwingfest sorgt aber für Missgunst und macht das Leben auf dem Bauernhof noch schwerer. Kraft gibt Max neben der Musik die 15-jährige Berteli (Lisa Brand), die ebenfalls an die Bösigers verdingt wurde. Mit ihr träumt er sich in eine Fantasiewelt nach Argentinien, wo man Tango tanzt und immer Fleisch isst. Doch die Realität schlägt schon bald wieder brutal zu.

Zitat über die Verdingkinder in der Schweiz

Verdingkinder, meistens Waisen- und Scheidungskinder, wurden zwischen 1800 und 1960 von den Behörden den Eltern weggenommen und Interessierten öffentlich feilgeboten. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Kinder oft auf einem Verdingmarkt versteigert. Den Zuspruch bekam jene Familie, welche am wenigsten Kostgeld verlangte. Betroffene beschreiben, dass sie auf solchen Märkten “wie Vieh abgetastet wurden”. In anderen Gemeinden wurden sie wohlhabenderen Familien durch Losentscheid zugeteilt. Zugeloste Familien wurden gezwungen, solche Kinder aufzunehmen, auch wenn sie eigentlich gar keine wollten.

Dieser Film erzählt die Geschichte zweier dieser Verdingkinder die auf einem Bauernhof wie Sklaven gehalten werden. Ein Leben voller Menschenverachtung und Schikanen. Der Film schaft es hier sehr gekonnt diese dunkle Geschichte der Schweiz authentisch wirkend aufzuzeichnen und den harten Überlebenskampf des bäuerlichen Lebens zu dokumentieren. Welche überraschende Wendung dieser Film nimmt und welche Rolle dabei die Musik spielt, sei nicht verraten. Ein Film den es sich lohnt anzuschauen.

Genre: Drama
Regie: Markus Imboden
Schauspieler: Max Hubacher, Stefan Kurt, Katja Riemann, Maximilian Simonischek
Produktionsland: Schweiz
Kinostart: 2012
Laufzeit: 103 Minuten
FSK: 12

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