Posted by herr.filmtanz on Mar 8, 2014

Die Kunst, sich die Schuhe zu binden [Kritik]

[06.03.2014 #1234] Die Kunst sich die Schuhe zu binden – Hur många lingon finns det i världen? (2010, Schweden)

schuhe

“Paradies” nennt sich das Tageszentrum, in dem Menschen mit geistiger Behinderung alltägliche Tätigkeiten erlernen sollen. Seit acht Jahren üben sie hier jetzt schon, sich die Schuhe zu binden. Mit dem Ergebnis, dass einige es selbst nach dieser langen Zeit nicht hinbekommen und andere ihre ganz eigene Idee davon haben, wie man Schuhe zubindet. Auf jeden Fall ist der Alltag im “Paradies” für diese Menschen sehr stupide und eintönig.

Alex, arbeitsloser Schauspieler, wurde von seiner Freundin Lisa rausgeworfen, weil er seit fünf Jahren nichts auf die Reihe bekommt in Richtung Job. In einer Provinzstadt nimmt er den einzig verfügbaren Job als Betreuer in einem Behindertenheim an. Dort wird ihm eingeschärft ,”Geduld und Struktur” ist das Wichtigste bei der Arbeit mit Behinderten. Gerade mit Struktur und den strengen Regeln hat Alex überhaupt nichts am Hut, er wird frischen Wind in die “Paradies”-Gruppe bringen. Den geistig Behinderten gefällt das sehr gut und sie schliessen ihn ins Herz. Alex entdeckt ihre Talente und Fantasien und beginnt mit ihnen Theater zu spielen und ihre musikalische Begabung zu fördern. Ganz zum Leidwesen der Eltern der geistig Behinderten und der Chefin vom “Paradies”. Als dann ein Vater der Eltern die “Paradies”-Gruppe bei ‘Schweden sucht den Superstar’ im TV sieht, sie sind zum Singen dort hin gereist, beginnt der Ärger erst richtig.

dksdszb-1

Für Alex ist es ein Entwicklungsprozess, er muss Verantwortung übernehmen, versprechen gegenüber der “Paradies”-Bewohner einhalten und entdeckt in sich ein neues Potential. Es ist ein geben und nehmen zwischen ihm und der Gruppe, auf einmal wird man geliebt und geachtet. Für die “Paradies”-Bewohner ist es ein Aufblühen, ein Dankbar sein, ein aus sich herauskommen und verstanden werden.

Besonderen Lob muss man den geistig behinderten Protagonisten aussprechen. Man kann ihre Lebensfreude durch die individuelle Förderung durch Alex so wunderbar fühlen. Sie machen den Film zu dem was er ist, sehr charmant, liebenswert und sehenswert. Die “Paradies”-Gruppe, ein ganz tolles Team :-)

Die Motivation, der Regisseurin Lena Koppel, diesen Film zu machen war, die Auslöser für die Entstehung des Glada-Hudik-Theater im schwedischen Hudiksvall zum Thema zu nehmen. Das Glada-Hudik-Theater wurde 1996 vom damaligen Betreuer Pär Johansson gegründet.

Inhalt
Alex (Sverrir Gudnason) ist ein ziemlicher Loser. Seine Träume von einer Theaterkarriere platzen und dann er auch noch von seiner Freundin Lisa rausgeworfen. Der einzige Job, den ihm das Arbeitsamt anbietet, ist, als Betreuer in einem Behindertenheim in einer Provinzstadt zu arbeiten. Alex versucht das Beste daraus zu machen und meldet seine Behinderten-Truppe bei ‘Schweden sucht den Superstar’ an – das kann natürlich nur schiefgehen.

schuhe1

schuhe2

Print Friendly
Post Rating
Post a Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *