Posted by herr.filmtanz on Jun 2, 2016

Wintertochter | Nina Monka | Ursula Werner | Johannes Schmid | KRITIK

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12-Jahre ist Kattaka (Nina Monka) alt, als sie erfährt, dass ihr jetziger Papa nicht der leibliche Vater ist. Was beginnt, ist ein Roadmovie, zusammen mit der 75-jährigen Nachbarin Lene (Ursula Werner) und ihrem besten Freund Knäcke, den leiblichen Vater zu finden. Die Reise geht nach Polen, dort soll der Vater als Matrose arbeiten.

Sowohl für Kattaka als auch für Lene ist es eine intensive Reise in die Vergangenheit. Kattaka fühlt sich belogen, dass ihr so viele Jahre der falsche Mann als Vater verkauft wurde, sie ist energisch, wütend und entschlossen, ihren echten Vater zu treffen. Lene dagegen nähert sich mit jedem Kilometer an Polen auch ihrer eigenen schmerzhaften Vergangenheit.

Für Lene ist es ein Roadmovie, der sich scheinbar wie im Rückwärtsgang im Gehirn abspielt, bis sie etwas wichtiges in ihren Händen hält. Die Wirkung dieser Szene, in der reduzierten und sich auf Lene konzentrierenden Landschaft, ist eine der besten Momente im Film, welchen ich nie wieder vergessen werde.

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Das Kattaka wütend ist, durch einen Zufall erfahren zu haben, dass ihr der als echt verkaufte Vater es nicht ist, kann ich aus tiefstem Herzen verstehen. Es ist die gleiche Nummer, als wenn man mit 12-Jahren auf einmal, durch einen Zufall erfährt, dass man adoptiert ist und die Eltern das Maul nicht aufbekommen haben, frühzeitig für Klarheit zur Sorgen. Hier geht die Keule an alle Eltern, die sich als echt verkaufen, so etwas geht auf keinen Fall! Auf der anderen Seite ist es gesichert, dass auch unechte Teil- und Voll-Eltern die gleichen Gefühle für ihr Kind empfinden können, so als währe es ihr eigenes. Kattaka ist unglaublich mutig und sie macht das Richtige, aus ihrem Herzen heraus.

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Ich danke dem Regisseur Johannes Schmid, für dieses Roadmovie in der eigenen Vergangenheit und die Gefühle im Herzen. Auch danken möchte ich der wunderbaren Ursula Werner, welche mich hier sehr begeistert hat. Und noch ein Lob geht an Nina Monka, welche die Kattaka spielt, einfach fantastisch. Es ist für mich ein Roadmovie im eigenen Gehirn, wie Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer. Es ist die sehr ruhige Erzählweise, welches dieses Werk so intensiv und fühlbar macht. Danke von Herzen, Johannes Schmid :-)

Die 12-jährige Kattaka (Nina Monka) fällt aus allen Wolken, als sie an Weihnachten erfährt, dass der Mann, den sie bisher Papa genannt hat, nicht ihr richtiger Vater ist. Wutentbrannt und zu allem entschlossen macht sie sich mit ihrem besten Freund Knäcke (Leon Seidel) und der 75-jährigen Nachbarin Lene Graumann (Ursula Werner) auf den Weg nach Polen, wo ihr leiblicher Vater als Matrose auf einem Schiff arbeitet. Was nun beginnt, ist ein aufregender Roadtrip, der sich sowohl für Kattaka als auch für Lene zu einer Reise in die eigene Vergangenheit entwickelt.

Regie: Johannes Schmid
Hauptdarsteller: Daniel Olbrychski, Merab Ninidze, Maxim Mehmet, Ursula Werner, Nina Monka
Gerne: Drama
Produktionsland: Deutschland, Polen
Produktionsjahr: 2010

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