Twentynine Palms | Kunstfilm | Bruno Dumont | BlitzKritik

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Der Hauptdarsteller in diesem Film sind die Felsen in der Wüste des Joshua-Tree-Nationalparks. Sie sind von solch einer brutalen Schönheit. Der Regisseur Bruno Dumont fotografiert diese Felsen als lebendige Lebewesen, es wirkt durchgehend wie in einem Endzeitfilm auf mich. Irgendwann sitzt man schreien vor der Couch, beweg dich doch endlich, du gigantisches Monster von Felsen. (more…)

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Wolfskinder | BlitzKritik

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“Wach auf. Mutti ist tot.” Das sind die Worte zu dem Bild. Hans ist 14 Jahre, Fritz ca. 7 Jahre alt, als sie 1946 um ihr Überleben kämpfen müssen. Es geht um Kinder welche sich am Ende des Zweiten Weltkrieges vor dem Hungertod retten müssen, und sich, um ihr Überleben kämpfend, möglichst ungesehen bleibend, weg von den Straßen, durch die Natur mit dem Ziel von Ostpreußen nach Litauen kämpfen müssen. (more…)

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Cashback | Sean Ellis | Kritik

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Die Fernbedienung des Lebens steht auf Pause

Schwarze Leinwand, der menschliche Schädel zerspringt bei einem Druck von 250 Kilo, aber die menschliche Seele ist weitaus empfindlicher, so eröffnet der Film. Direkt im Anschluss daran sehen wir die Trennung von Ben (Sean Biggerstaff) mit seiner ersten richtigen Freundin Suzy (Michelle Ryan). Sie tobt wie eine Furie, ihre Stimme ist nicht zu hören. Die Kamera verlangsamt die Bilder, diesen Lebensmoment, die Zeit. Im Voice-Overlay werden wir von den Gedanken und Bildern aus dem Gehirn von Ben durch den Film getragen. (more…)

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Plötzlich Gigolo – Fading Gigolo | Woody Allen | John Turturro | BlitzKritik

© 2014 Concorde

Woody Allen vor der Kamera zu sehen, empfinde ich als so spannend, wie Eisvögel bei der Paarung zuzusehen, sehr selten. John Turturro hat hier das Buch geliefert, Regie geführt und übernimmt die Hauptrolle als Gigolo, sein Zuhälter wird gespielt von Woody Allen. Woody Allen als der Betreiber eines Escort-Service, das klingt schon schelmisch spannend :-) (more…)

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Mit ganzer Kraft | Ironman | Fabien Héraud | Kritik

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Gemeinsam potenziert sich die Lebensenergie

Der Ironman-Triahtlon besteht aus 3,86 km Schwimmdistanz, einer Radfahretappe von 180,2 km und einem Marathonlauf von 42,195 km, welche direkt hintereinander in Folge absolviert werden. Dieses als den brutalsten Wettkampf der Welt zu bezeichnen, es untertreibt es sehr. Ich habe eine absolute Hochachtung vor solchen Menschen, welche so etwas leisten, und entsprechend groß waren die Erwartungen an den Film. (more…)

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I Phone You | Wolfgang Kohlhaase | Jiang Yiyan (江一燕) | Tang Dan (唐丹) | Kritik

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Ein Blumenclown tanzt im Herzen

Die Chinesin Ling (Yiyan Jiang) ist Mitte Zwanzig und lebt in Chongqing China). Sie arbeitet dort als kunterbunter Blumenclown im Blumenladen ihrer Familie. Nach einer Affäre mit dem Geschäftsmann Yu (Wu Da Wei), welcher in Berlin lebt und seine Heimat besucht, wacht sie am morgen alleine in einem Luxushotel auf. Als Geschenk bekommt Ling von Yu ein Smartphone mit einer Liebesbotschaft in Form eines Video, auf der sich ihr One-Night-Stand mit einer Rose zeigt. Nach einer beginnenden zärtlichen Beziehung per Telefon, macht sich Ling kurzer Hand nach Berlin auf, um Yu zu treffen. (more…)

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Lucy (2014) | Scarlett Johansson | Kritik

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Bei 101% der Urknall ? Neuronen-Ping-Pong und Turbolader ?!

Der Zehn-Prozent-Myhthos steht sinngemäß für die Aussage “Der Mensch nutzt nur zehn Prozent seiner Gehirnkapazität”. Das wirft sofort die Frage auf, was machen die restlichen 90% und die damit verbundenen Neuronen. Spielen die Neuronen-Ping-Pong, fliegen die in einer Hängematte durch Raum und Zeit, oder bereiten die schon mal den nächsten Unsinn für die Nacht vor (Traum) ? In diesem Versuchsaufbau nimmt uns der Regisseur Luc Besson (Léon – Der Profi) mit auf die Reise, zu erforschen, was passiert wenn wir den gelangweilten Neuronen mit einem Neuronen-Turbolader mal so richtig Dampf im Netzwerk machen. (more…)

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Von einem der auszog | Über Wim Wenders | Doku-Tipp

Von einem der auszog – Wim Wenders’ frühe Jahre (Marcel Wehn, Dokumentation, Deutschland, 2007)

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Wim Wenders gehört nicht nur zu den wenigen international erfolgreichen deutschen Filmemachern, sondern zählt auch zu einer der großartigsten Persönlichkeiten der Filmkunstszene. Marcel Wehn (im Bild unten rechts) hat den renommierten Regisseur zu seinen Anfängen begleitet. Ausschnitte aus seinem Frühwerk, Anekdoten und zahlreiche Interviews mit Freunden und Weggefährten, darunter Peter Handke, Bruno Ganz und Rüdiger Vogler, offenbaren völlig neue Einblicke in das Leben und Werk des kreativen Filmemachers. (more…)

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Top10 der Leinwandveratmung im Februar | Schmerz und Tränen

Hier meine Top10 der Leinwandveratmung im Februar. Ein FilmMonat des Schmerzes, mit tiefen Wunden und vielen Tränen.

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Am Anfang war hochachtungsvolle Verwirrung . Es folgte seelischer Schmerz, Schmerz durch Verlust, Schmerz durch Tod, körperlicher Schmerz, Schmerz durch Überlebensangst, der Schmerz der Liebe und Einsamkeit, religiöser Schmerz und Schmerz und Tränen der Hochachtung. (more…)

Keiner liebt mich | Doris Dörrie | KurzKritik

Keiner liebt mich (Doris Dörrie, Drama, Komödie, Deutschland, 1994)

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Fantasievoll (Über)Leben mit Doris Dörrie

Zugegeben, für einen Film von Doris Dörrie muss ich in der richtigen Grundstimmung sein, gestern war dieses der Fall.  Nach einer Runde Kriechgang an den Regalen vorbei – es wollte sich doch echt kein Film finden, hatte ich auf einmal “Keiner liebt mich” in der Hand.

Nach der anfänglichen Überheiterung über Fanny Fink (Maria Schrader), sie ist gerade mal knapp 30 Jahre alt und Single, nimmt an einem Workshop zum selber basteln ihres eigenen Sarges teil, und selbst zu einer Bestattung wird es kommen, dachte ich bei mir, Moment. (more…)

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Halbschatten | KurzKritik

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Über jugendliche Sehnsucht und Leere

Nerle (Anne Ratte-Polle), sie ist angekommen in Südfrankreich, in einem traumhaften Haus mit Blick vom Pool aus direkt über das Meer. Erwartet hat sie ihren Liebhaber, welcher aber zwei Tage verreist ist. Nur die Kinder sind hier alleine verblieben. Die Anfänglich konzentrierte Beobachtung, welche richtig Spass macht, verliert sich in einer unkonzentrierten Sprunghaftigkeit. Die kurz aufgebaute Spannung, bei welchem man sich zwischen Emma (Emma Bading) und Felix (Leonard Proxauf) – den Kindern – ein intensives Kammerspiel gewünscht hätte (more…)

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The Salvation | Mads Mikkelsen | Eva Green | Kritik

Ein dänischer Western zum Leiden großartig

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Nach der Niederlage Dänemarks im Krieg von 1864
überquerten Jon und sein Bruder den Atlantik,
um sich ein neues Leben aufzubauen.

Sieben Jahre lang rangen sie darum,
in einem fremden Land Fuß zu fassen.

Sieben Jahre lang sehnte sich Jon
nach seiner Frau Marie und seinem Sohn.

Sieben Jahre lang war die Familie getrennt.

Das Jahr: 1871. Das Land: Amerika.

Am Anfang gleiten wir mit der Kamera auf einen Bahnhof zu, man möchte fast sagen, wir fliegen durch einen dreidimensionalen Bilderrahmen, suchend nach einem Fixpunkt, um die Kamera scharf zu stellen. Am Bahnsteig angekommen, eröffnet der dänische Western mit einem Porträt von Jon (Mads Mikkelsen) und seinem Bruder Peter (Mikael Persbrandt). Nach sieben langen Jahren schuften und schmerzhaftem Entbehren seiner Liebsten, steht er Jon am Bahnsteig, richtet sich sein dünnes wehendes Haar. In wenigen Minuten wird die in seinem Herzen so ersehnte Zusammenkunft der Familie, mit seiner Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und seinen elfjährigen Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke), stattfinden.

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Imagine | Klicksonar-Technik | KurzKritik

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Ein Blinder der mit seinen Ohren sehen kann, sich ohne Blindenstock durch die Welt bewegt, dieses ist in der Tat ein fantastischer Gedanke, und er wird auch in der ersten Hälfte durchaus fesselnd transportiert. Das wirkt so, als wäre Ian (Edward Hogg) ein Fledermaus-Mann. In dem Film wird die Klicksonar-Technik auch wirklich vorgeführt, das alles ist sehr überwältigend und auch fesselnd für sehende Menschen in Szene gesetzt. Echoortung durch gezielt eingesetzte Schnalzlaute, damit punktet der Film, und macht sehr neugierig, zerstört sich dann aber selbst mit dem Kauf von Stöckelschuhen. Statt sich auf dieses wirklich sehr spannende Thema und die Bereicherung für die blinden Kinder zu konzentrieren, verliert er sich in einer Liebesgeschichte ohne jede Aura. (more…)

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Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit – Still Life | Eddie Marsan | Kritik

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Sie sind was Besonderes Mr. May

Sekunden brauchte es nur, ein Blick in das Gesicht von John May (Eddie Marsan), und man ist von der magischen Starre, welche fast erschreckend von einer Bewegung durchlaufen wird, wie in einer Hypnose über das eigene Leben gefangen. Wie eine akribische Zeremonie wirkt jede Bewegung von Mr. May, bei seinem Vorhaben, Menschen welche in Einsamkeit verstorben sind, mit der Auffindung von Angehörigen, sie würdevoll auf der letzen Reise zu begleiten. (more…)

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Der Albaner | Johannes Naber | Nik Xhelilaj | KurzKritik

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Schmerzhafter Lebensschrei ohne Echo

Der Film “Der Albaner” lässt mich wortlos in die Ferne schauen, besonders und auch in das eigene Land. Ich versuche einen Fixpunkt am Horizont zu finden, es scheint nicht zu gelingen. Zu tief sitzen die Gedanken nach dem Film im eigen Körper fest, und es schmerzt. In der überragend gespielten Rolle von Arben (Nik Xhelilaj), er ist der Albaner, fühlt man sich in seiner Person gedanklich gefangen, sehr alleine. Geld für das Überleben, Geld für die Liebe, Geld um für das eigene Kind da sein zu dürfen. Das ist kein Lebensraum zum Leben, Überleben und die Liebe fühlen zu dürfen. (more…)

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