Die große Versuchung | Brendan Gleeson | Kritik

Die große Versuchung (Don McKellar, Drama, Komödie, 2014)

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Aussterben spielen können wir auch später

Willkommen in Tickle Head, ein malerisch schöner Hafen auf einer Insel vor Neufundland. Ein wunderschönes Küstenstädtchen, welches bei mir sofortiges Fernweh erzeugt, am liebsten würde ich sofort meine Koffer packen und dort leben. Doch hier haben wir es mehr mit “Houston, wir haben ein Problem” zutun. Die Großkonzerne haben die Meere längst leergefischt, ein Überleben durch die Fischerei ist unmöglich. Passiert hier nicht schnell was, wird dieses wunderbare Küstenstädtchen, wie schon so viele vergleichbare Orte, aussterben. Einzige Rettung, ein Ölkonzern muss in das kleine Dorf investieren, und eine Firma in das Dorf einpflanzen, damit die Menschen Arbeit haben, und nicht in der nächst gelegenen Stadt arbeiten müssen. (more…)

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Chasing the Wind | Rune Denstad Langlo | Kritik

(OT Jag etter vind, Rune Denstad Langlo, Drama, Norwegen,2013)

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Der Lebensklang von Wind und Meer

Mit “Chasing the Wind” gelingt dem Regisseur des preisgekrönten, skurrilen Roadmovies ‘Nord’ (Norwegen 2009), Rune Denstad Langlo, ein so melancholischer wie humorvoller Film über die Unmöglichkeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, und die Möglichkeit, trotzdem im Heute anzukommen.

“Chasing the Wind” ist ein wohltuend leiser Film, in dem besonders der verbitterte Großvater Johannes, gespielt von Sven-Bertil Taube, zu überzeugen weiß. Anna, gespielt von Marie Blokhus – ihre erste Hauptrolle-, erlebt durch den Tod ihrer Großmutter, und die Reise in dieses wunderschöne norwegische Heimatdorf am Meer (more…)

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Zeit der Kannibalen | Devid Striesow | Kritik

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Kapitalisten sind Mörder ? 

In Bezug auf abgewichste Kapitalisten, bleibt der Gedanke der Parallele an das Meisterwerk “Yella” von Christian Petzold nicht aus. Dort wie hier, in “Zeit der Kannibalen”, spielt Devid Striesow einen entmenschlichten Unternehmensberater. Hier reden wir aber über ganz andere Dimensionen, die Ausbeutung des Menschen durch Kapitalismus, bis der letzte Tropfen Blutgeld den Kontostand bereichert hat. Frank Öllers (Devid Striesow) lebt als Unternehmensberater in einer virtuellen Komfortzone, hinter der Dreifachverglasung des Hotelzimmers. (more…)

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Rosie | Marcel Gisler | Sibylle Brunner | Rating

Rosie (Marcel Gisler, Drama, Schweiz, 2013)

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Der schweizer Regisseur Marcel Gisler komponiert hier gekonnt leise, frisch und unaufgeregt eine Symphonie über das Leben, über den Herbst des Lebens, über den zweiten Frühling in Bezug auf universelle Liebe, mit der Heiterkeit eines Schlückchens zwischendurch.

Rosie, grandios gespielt von Sibylle Brunner, eine zum Verlieben großartige Besetzung 😀 Ein Film den man gerne veratmet, wie das echte Leben 😀

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Nico: Meister des Spiels – Fill de Caín | Jesús Monllaó Plana | Kritik

Nico: Meister des Spiels – Fill de Caín (Drama, Psychothriller, Spanien, 2012)

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Zuschlagen, täuschen und ablenken, sichern, dann wieder zuschlagen, siegen.

Die Züge des Schachs, am Anfang blutig ausgeführt vom jungen Misanthrop Nico (David Solans) – ein Schachbegeisterter, in einer nichtfunktionalen, kalten und lieblosen Familie. Schach, strategisch angewandt und übertragen auf das echte Leben, dem näheren und weiteren Familienumfeld, fand ich eine spannende Grundidee. Der Regisseur Jesús Monllaó Plana möchte eine Partie Schach mit dem Zuschauer spielen. Bereits nach der ersten halben Stunde, hat man das Gefühl, die Partie komplett im Griff zu haben. Nach der Tötung (?) des Familienhunds, kommt es noch sehr viel schlimmer … (more…)

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Reservoir Dogs | Quentin Tarantino | Rating

Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, Krimi, Drama, Thriller, 1992)

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Mit dem Kultfilm ‘Reservoir Dogs’ – fast währe es ein Tanzfilm geworden-, gab Oscar-Preisträger Quentin Tarantino (‘Pulp Fiction’) 1992 sein eindrucksvolles Regiedebüt. Die Tage war es mit mir wieder soweit, ich brauchte Filmurlaub. So nenne ich das, wenn ich einen Film-OverLoad im Gehirn habe – bei über 450 Filmen auf der Leinwand im Jahr kommt das schon mal vor.
Sekunden später im Opening, wenn Quentin Tarantino mit der Bande, über “Like A Virgin” redet, man diese markanten Gesichter sieht, welche man auf der Leinwand so liebt, ist die Welt wieder in Ordnung. Ein Gefühl der Hochachtung, ein Kult, eine Dankbarkeit für jeden Millimeter analogen Film, unter der Regie des alles überragenden Quentin Tarantino 😀 (more…)

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Ausgerechnet Sibirien | Kritik

Ausgerechnet Sibirien  (Ralf Huettner, Road Movie, Komödie, Deutschland, Russland, 2012)

Sibirien_FINAL_A1.inddNachdem ich den Trailer zu dem Film “Ausgerechnet Sibirien” mit Joachim Król und Armin Rohde gesehen hatte, musste ich natürlich sofort an die unglaublich tolle Performanz der beiden Schauspieler in “Der bewegte Mann (1994)” denken. Die Küchenszene mit den beiden ist einfach göttlich unvergessen, und auch viele weitere Szenen mit den Beiden.

Der Film “Ausgerechnet Sibirien” kommt leider etwas überraschungsfrei aus der Leinwand. Zwar sind die ein oder anderen Szenen ganz nett, aber von einem fesselnden Filmerlebnis, bei dem man vor Lachen von der Couch fliegt, sind wir hier doch sehr weit entfernt. (more…)

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Dogville | Lars von Trier | Rating

Dogville (Lars von Trier, Drama, Dänemark, Schweden, Frankreich, 2003)

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Stört man ein funktionierendes Biotop derart empfindlich, kann es umkippen, sich radikalisieren, bis zur vollständigen Auslöschung.

Minimalistisch, schockierend, aufwühlend und beängstigend ist dieses Werk von Lars von Trier und sein Blick auf die Bürger der abgeschiedenen Kleinstadt Dogville. Ein Film mit einem extremen Nachhall im Gehirn. Denkt man nach dem Film über die Menschheit nach, muss man aufpassen, dass man nicht selbst in eine Depression und Verzweiflung verfällt. (more…)

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No Turning Back | Tom Hardy | Kritik

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Das Fundament und die Chaostheorie des Lebens

Denke ich an One-Man-Show, kommt mir zuerst “Buried” (2010) von Rodrigo Cortés und “127 Hours” (2011) von Danny Boyle in den Sinn. Weiterhin, im zweiten Gedankenzug, dann “All ist Lost” (2013) von J.C. Chandor. Alle drei Filme haben gemeinsam, hier geht es um das Überleben und darum, das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Es ist eine Konzentration durch Reduktion auf einen einzelnen Menschen, welche mich immer wieder unglaublich fasziniert und fesselt.

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Maidentrip | Laura Dekker | Kritik

Maidentrip (Regie Jillian Schlesinger, Segelabenteuer, USA, 2013)

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Das Geschenk der Freiheit, die Wolkensegel der Freiheit

Die niederländisch-deutsch-neuseeländische Seglerin Laura Dekker (* 20. September 1995) ist die jüngste Einhandweltumseglerin, sie beendete ihre Weltumseglung erfolgreich am 21.01.2012, nach 518 Tagen.

Wie für bestimmt andere auch, ist die Erfahrung des Lebens in einer Isolation und ganz alleine mit diesem Wunderwerk Natur zu sein, eine unglaubliche Sehnsucht. Ich begegne Menschen, wie z.B. dem Dokumentarfilmer Andreas Kieling mit höchstem Respekt, man könnte auch sagen ich verschlinge seine Reiseberichte. Aber auch dank Werner Herzog habe ich mit z.B. dem Film “Happy People – Ein Jahr in der Taiga” und seinen Büchern, unglaubliche Momente erlebt, Momente die mich sehr bereichert haben. (more…)

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2001 – A Space Odyssey | Stanley Kubrick | Rating

2001 – Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, OT 2001 – A Space Odyssey, Sci-Fi, USA, Großbritannien, 1968)

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Im letzten Akt untersucht der Überlebende der Mission einen Monolithen, wobei er in einer psychedelischen Flugsequenz an einen unbekannten Ort gelangt. “2001: Odyssee im Weltraum” war und ist visuell und inhaltlich Vorbild für unzählige spätere Filme und wird nicht zu Unrecht immer wieder unter die besten Filme aller Zeiten gewählt (Kinozeit)

Ohne zu übertreiben darf man “2001 – A Space Odyssey” von Stanley Kubrick als den besten je gedrehten Sci-Fi Film bezeichnen. Im letzten Akt, wenn die LuftmolekülBeschwinger Vollgas geben und man von der Leinwand in die psychedelische Flugreise eingesaugt wird, wird es eines der unvergessensten Filmerlebnisse welche ich je erleben durfte. (more…)

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Feuerwerk am helllichten Tage | Rating

Bai ri yan huo (Diao Yinan, Drama, China, 2014)

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Als im Jahr 1999 im Norden Chinas auf mehreren Kohlehalden menschliche Leichenteile gefunden werden, sind die Verdächtigen schnell ausgemacht. Doch bei ihrer Festnahme kommt es zu einer Schießerei, bei der die vermeintlichen Täter und auch zwei Polizisten ums Leben kommen. Der leitende Kommissar Zhang Zili wird schwer verletzt. Fünf Jahre später hat er den Polizeidienst quittiert und ist dem Alkohol verfallen. Als ein ehemaliger Kollege ihm von einem Fall erzählt, der erstaunliche Parallelen zu den damaligen Morden aufweist, ermittelt Zhang auf eigene Faust. Die Spur führt ihn zu der mysteriösen Wu Zhizhen, die mit allen bisherigen Opfern in Verbindung stand. Zhang taucht immer obsessiver in den Fall ein und verliebt sich schließlich in die schweigsame Schöne. (more…)

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Eskil und Trinidad | Rating

Eskil och Trinidad (Stephan Apelgren, Drama, Schweden, 2013)

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Der elfjährige Eskil (Linus Oscarsson) zieht mit seinem Vater, der als Ingenieur Kraftwerke wartet und repariert, in Schweden von Ort zu Ort. Für Eskil ist das kein leichtes Leben, denn es ist ihm deshalb kaum möglich, dauerhaft Freunde zu finden. Zudem lebt seine Mutter in Dänemark und möchte nicht wieder nach Schweden zurück. Da der Vater früher ein Profihockeytorwart war, soll Eskil in seine Fußstapfen treten, doch ist er leider keine Sportskanone. Vielmehr interessiert ihn die Schifffahrt, weshalb es sich trifft, dass er eines Tages Trinidad (Ann Petrén) kennenlernt, eine etwas verschrobene und eigenbrötlerische Frau, die in ihrem Schuppen ein großes Schiff baut. (more…)

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Montana Sacra – Der heilige Berg | Alejandro Jodorowsky | BlitzKritik

Montana Sacra – Der heilige Berg (Alejandro Jodorowsky, OT The Holy Mountain, Experimentalfilm, Drama, Fantasy, Mexiko, USA, 1973)

HeiligerBerg_small„Du bist Kot. Du kannst dich selbst in Gold verwandeln.” Der Alchimist

Wer die Eroberung Mexikos von Leguanen und Kröten nachgestellt sehen möchte, neugierig auf das Verfahren ist, mit dem man aus Exkrementen Gold machen kann, oder schon immer wissen wollte, wie man eine Maschine zum Orgasmus bringt, der ist hier goldrichtig. Ein Sammelsurium an bizarren Ideen, atemberaubenden Bildern und völlig einzigartigen Setdesigns machen aus DER HEILIGE BERG den filmgewordenen Trip schlechthin. Als hätten Luis Buñuel, Michelangelo Antonioni, Federico Fellini und Terry Gilliam gemeinsam Acid eingeworfen und zusammen einen Film gedreht! „Die Blume weiß. Du musst sie nicht fragen.“ (via Bildstörung) (more…)

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Få meg på, for faen | Turn me On | Kritik

Få meg på, for faen | Turn me On (Jannicke Systad Jacobsen, Drama, Lovestory, Norwegen, 2012)

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Norwegische Coming-of-Age-Symphonie der Selbstbefriedigung

Die 15-jährige Alma (Helene Bergsholm) lebt in Norwegen in dem kleinen Kaff Skoddeheimen. “Berg. Leere Straße. Mehr leere Straße. Leere Straße mit einem Traktor. Dumme Schafe, dumme Heuballen, dumme Trampolinmädchen” – so beschreibt die 15-jährige Alma (Helene Bergsholm) ihr Heimatdorf Skoddeheimen. Sie unterschreibt dieses mit einem ausgestreckten Mittelfinger, beim vorbeifahren am Ortsschild.

Wer hier einen schlüpfrigen Coming-of-Age-Film aus Skandinavien ohne Inhalt vermutet, der liegt hier komplett falsch, und als Liebhaber skandinavischer Filme ist dies auch nicht anders zu erwarten. (more…)

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