Sag nicht, wer du bist! – Tom à la ferme | Xavier Dolan | Kritik

Sag nicht, wer du bist! (Xavier Dolan, Psychothriller, Drama, Frankreich, Kanada, 2013)

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Heute ist es, als würde ein Teil von mir Sterben, und es gelingt mir nicht zu weinen. Ich habe die Worte vergessen mit denen man sie umschreibt “Die Trauer”.
Jetzt, ohne dich, ist alles was uns bleibt, dich zu ersetzen.

Dieses sind die Worte von Tom (Xavier Dolan), welche er ganz zu Beginn des Films Sag nicht, wer du bist! leise vor sich hinflüstert, während er sie auf ein Papiertaschentuch schreibt. Der Frankokanadier Xavier Dolan, welcher schon mit vier Jahren das erste Mal vor der Kamera stand, hat mit seinen gerade mal 25 Jahren seinen fünften Kinofilm abgeliefert. Aktuell ist sein Film Mommy, bei welchem er auch Regie geführt hat und das Drehbuch geschrieben, in den Kinos zu sehen. (more…)

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Tao Jie | Kritik

Tao Jie – Ein einfaches Leben (Drama, China, Hongkong, 2011)

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Eine Komposition über den Herbst des Lebens haben schon viele Regisseure versucht zu dirigieren. Aus deutscher Hand klingt solch eine Komposition dann entweder oft so schwermütig wie die russischen Wolgaschlepper oder wie der lächerliche Lauf in Turnschuhen aus dem Altersheim heraus, beides unerträglich.

Leise und bedächtig bringt die Komponistin Ann Hui die Töne des Älterwerdens, den Klang, die Würde und die Achtung vor dem Alter vor der Leinwand feinfühlig zum schwingen. (more…)

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Detour | Kritik

Detour (Severin Eskeland, Horror Thriller, Norwegen, 2009)

In Bezug auf Horrorfilme, so langsam kapituliere ich.

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Am intensivsten höre ich meinen FilmHerzschlag bei skandinavischem Kino. Es ist eine Filmwelt, welche mich unglaublich bereichert. Ohne Film aus Skandinavien, würde es diesen Filmblog nicht geben, da bin ich mir sehr sicher. Horror ist ein Genre, welches mich in meiner Kindheit unglaublich geprägt hat. Die immense psychologische Tiefenwirkung von Horrorfilmen, ich kann sie heute noch im ganzen Körper spüren. Horror ist ein Genre, welcher mich auch heute noch sehr fasziniert. Immer wieder unternehme ich Versuche, die Psychologie des Horrors auch in heutigen Filmen fühlen zu können. (more…)

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Über-Ich und Du | Benjamin Heisenberg | Rating

Über-Ich und Du (Benjamin Heisenberg, Komödie, DE, CH, AT, 2013)

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Es stöhnt und ächzt die Leinwand aus dem Zimmer, geht es wirklich schlimmer ? 

Es tut mir Leid, aber man darf dem Regisseur Benjamin Heisenberg, Enkel des Physikers Werner Heisenberg, gratulieren. Würde es einen Nobelpreis für komplett “Unterhaltungsfreie Filme” geben, er hätte sich diesen wirklich sehr verdient. Jede Minute Film eine unendliche Quälerei, so etwas muss man erst mal nachmachen, meine Hochachtung Herr Heisenberg. (more…)

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Papa Gold | Tom Lass | Gedanken | Kritik

Papa Gold (Tom Lass, Drama, Deutschland, 2010)

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Das deutsche Kino ist ein rosa Duracell-Hase ? !

Die Besonderheit dieses Films liegt in der ungewöhnlichen Umsetzung des eher gewöhnlichen Plots. Mit einem minimalen Budget von nur 2.500 € realisierte der 27-jährige Schauspieler Tom Lass sein Spielfilmdebut und verzichtete dabei bewusst auf ein Drehbuch. (Kinozeit)

Wie intensiv ein Film sein kann, in dem die Schauspieler, gemeinsam mit dem Regisseur, einen Film – die Dialoge – auf Basis eines Szenenskeletts erarbeiten, ist unter prominenter Regie von Andreas Dresen, in “Halt auf freier Strecke” jedem bekannt. Niemals hätte der Film so authentisch das Leben zeichnend funktionieren können, ohne die Improvisation, im Kollektiv, von Regisseur und den Schauspielern. (more…)

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Monsieur Claude und seine Töchter | Kritik

Monsieur Claude und seine Töchter (Komödie, Frankreich, 2014)

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Die Angst vor fremden Kulturen

“Die Familienkomödie “Monsieur Claude und seine Töchter” stellt die Xenophobie der französischen Bourgeoisie ins Zentrum. Doch der Film hat selbst ein Rassismusproblem … Der Zuschauer muss die Ausgangssituation einer durch ‘fremde’ Schwiegersöhne vom Schicksal gebeutelten Familie als Problemlage akzeptieren, um im Folgenden mitzulachen und mitzufiebern. Alltagsrassismus wird als Identifikationsbasis vorausgesetzt. Der Film macht sich nämlich nicht über Vorurteile lustig, er basiert auf ihnen.” (Zeit.de) (more…)

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DIE GROSSE VERSUCHUNG | Brendan Gleeson | Kritik

Die große Versuchung (Don McKellar, Drama, Komödie, 2014)

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Aussterben spielen können wir auch später

Willkommen in Tickle Head, ein malerisch schöner Hafen auf einer Insel vor Neufundland. Ein wunderschönes Küstenstädtchen, welches bei mir sofortiges Fernweh erzeugt, am liebsten würde ich sofort meine Koffer packen und dort leben. Doch hier haben wir es mehr mit “Houston, wir haben ein Problem” zutun. Die Großkonzerne haben die Meere längst leergefischt, ein Überleben durch die Fischerei ist unmöglich. Passiert hier nicht schnell was, wird dieses wunderbare Küstenstädtchen, wie schon so viele vergleichbare Orte, aussterben. Einzige Rettung, ein Ölkonzern muss in das kleine Dorf investieren, und eine Firma in das Dorf einpflanzen, damit die Menschen Arbeit haben, und nicht in der nächst gelegenen Stadt arbeiten müssen. (more…)

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Chasing the Wind | Rune Denstad Langlo | Kritik

(OT Jag etter vind, Rune Denstad Langlo, Drama, Norwegen,2013)

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Der Lebensklang von Wind und Meer

Mit “Chasing the Wind” gelingt dem Regisseur des preisgekrönten, skurrilen Roadmovies ‘Nord’ (Norwegen 2009), Rune Denstad Langlo, ein so melancholischer wie humorvoller Film über die Unmöglichkeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, und die Möglichkeit, trotzdem im Heute anzukommen.

“Chasing the Wind” ist ein wohltuend leiser Film, in dem besonders der verbitterte Großvater Johannes, gespielt von Sven-Bertil Taube, zu überzeugen weiß. Anna, gespielt von Marie Blokhus – ihre erste Hauptrolle-, erlebt durch den Tod ihrer Großmutter, und die Reise in dieses wunderschöne norwegische Heimatdorf am Meer (more…)

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Zeit der Kannibalen | Devid Striesow | Kritik

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Kapitalisten sind Mörder ? 

In Bezug auf abgewichste Kapitalisten, bleibt der Gedanke der Parallele an das Meisterwerk “Yella” von Christian Petzold nicht aus. Dort wie hier, in “Zeit der Kannibalen”, spielt Devid Striesow einen entmenschlichten Unternehmensberater. Hier reden wir aber über ganz andere Dimensionen, die Ausbeutung des Menschen durch Kapitalismus, bis der letzte Tropfen Blutgeld den Kontostand bereichert hat. Frank Öllers (Devid Striesow) lebt als Unternehmensberater in einer virtuellen Komfortzone, hinter der Dreifachverglasung des Hotelzimmers. (more…)

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Rosie | Marcel Gisler | Sibylle Brunner | Rating

Rosie (Marcel Gisler, Drama, Schweiz, 2013)

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Der schweizer Regisseur Marcel Gisler komponiert hier gekonnt leise, frisch und unaufgeregt eine Symphonie über das Leben, über den Herbst des Lebens, über den zweiten Frühling in Bezug auf universelle Liebe, mit der Heiterkeit eines Schlückchens zwischendurch.

Rosie, grandios gespielt von Sibylle Brunner, eine zum Verlieben großartige Besetzung 😀 Ein Film den man gerne veratmet, wie das echte Leben 😀

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Nico: Meister des Spiels – Fill de Caín | Jesús Monllaó Plana | Kritik

Nico: Meister des Spiels – Fill de Caín (Drama, Psychothriller, Spanien, 2012)

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Zuschlagen, täuschen und ablenken, sichern, dann wieder zuschlagen, siegen.

Die Züge des Schachs, am Anfang blutig ausgeführt vom jungen Misanthrop Nico (David Solans) – ein Schachbegeisterter, in einer nichtfunktionalen, kalten und lieblosen Familie. Schach, strategisch angewandt und übertragen auf das echte Leben, dem näheren und weiteren Familienumfeld, fand ich eine spannende Grundidee. Der Regisseur Jesús Monllaó Plana möchte eine Partie Schach mit dem Zuschauer spielen. Bereits nach der ersten halben Stunde, hat man das Gefühl, die Partie komplett im Griff zu haben. Nach der Tötung (?) des Familienhunds, kommt es noch sehr viel schlimmer … (more…)

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Reservoir Dogs | Quentin Tarantino | Rating

Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, Krimi, Drama, Thriller, 1992)

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Mit dem Kultfilm ‘Reservoir Dogs’ – fast währe es ein Tanzfilm geworden-, gab Oscar-Preisträger Quentin Tarantino (‘Pulp Fiction’) 1992 sein eindrucksvolles Regiedebüt. Die Tage war es mit mir wieder soweit, ich brauchte Filmurlaub. So nenne ich das, wenn ich einen Film-OverLoad im Gehirn habe – bei über 450 Filmen auf der Leinwand im Jahr kommt das schon mal vor.
Sekunden später im Opening, wenn Quentin Tarantino mit der Bande, über “Like A Virgin” redet, man diese markanten Gesichter sieht, welche man auf der Leinwand so liebt, ist die Welt wieder in Ordnung. Ein Gefühl der Hochachtung, ein Kult, eine Dankbarkeit für jeden Millimeter analogen Film, unter der Regie des alles überragenden Quentin Tarantino 😀 (more…)

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Ausgerechnet Sibirien | Kritik

Ausgerechnet Sibirien  (Ralf Huettner, Road Movie, Komödie, Deutschland, Russland, 2012)

Sibirien_FINAL_A1.inddNachdem ich den Trailer zu dem Film “Ausgerechnet Sibirien” mit Joachim Król und Armin Rohde gesehen hatte, musste ich natürlich sofort an die unglaublich tolle Performanz der beiden Schauspieler in “Der bewegte Mann (1994)” denken. Die Küchenszene mit den beiden ist einfach göttlich unvergessen, und auch viele weitere Szenen mit den Beiden.

Der Film “Ausgerechnet Sibirien” kommt leider etwas überraschungsfrei aus der Leinwand. Zwar sind die ein oder anderen Szenen ganz nett, aber von einem fesselnden Filmerlebnis, bei dem man vor Lachen von der Couch fliegt, sind wir hier doch sehr weit entfernt. (more…)

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Dogville | Lars von Trier | Rating

Dogville (Lars von Trier, Drama, Dänemark, Schweden, Frankreich, 2003)

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Stört man ein funktionierendes Biotop derart empfindlich, kann es umkippen, sich radikalisieren, bis zur vollständigen Auslöschung.

Minimalistisch, schockierend, aufwühlend und beängstigend ist dieses Werk von Lars von Trier und sein Blick auf die Bürger der abgeschiedenen Kleinstadt Dogville. Ein Film mit einem extremen Nachhall im Gehirn. Denkt man nach dem Film über die Menschheit nach, muss man aufpassen, dass man nicht selbst in eine Depression und Verzweiflung verfällt. (more…)

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No Turning Back | Tom Hardy | Kritik

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Das Fundament und die Chaostheorie des Lebens

Denke ich an One-Man-Show, kommt mir zuerst “Buried” (2010) von Rodrigo Cortés und “127 Hours” (2011) von Danny Boyle in den Sinn. Weiterhin, im zweiten Gedankenzug, dann “All ist Lost” (2013) von J.C. Chandor. Alle drei Filme haben gemeinsam, hier geht es um das Überleben und darum, das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Es ist eine Konzentration durch Reduktion auf einen einzelnen Menschen, welche mich immer wieder unglaublich fasziniert und fesselt.

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