Rico, Oskar und die Tieferschatten | Kurzkritik

Rico, Oskar und die Tieferschatten (Familienfilm, Deutschland, 2014)

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Gelegentlich schaue ich mir auch gerne mal einen Kinderfilm an, dann aber am liebsten aus Skandinavien. Das liegt an den vielen wertvollen Kindergeschichten und Verfilmungen der Bücher von Astrid Lindgren, welche ich so unglaublich genieße, auch heute noch 😀 Frage mich dann immer, ob Kinder heute überhaupt noch wissen wer Astrid Lindgren ist ? Wünschenswert wäre das auf jeden Fall. „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ hat mich gestern sehr gut unterhalten, auch als großes Kind 😀 Eine durchaus gelungene Komposition mit Herz, Humor, Ernsthaftigkeit und Spannung. Ich lausche bei Kinderfilmen ganz einfach meinem Herzen, und hier hat es auch schon mal eine Träne vergossen, um im nächsten Moment wieder zu Lachen. (mehr …)

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Elle s’en va – Madame empfiehlt sich | Catherine Deneuve | Kritik

Madame empfiehlt sich (Emmanuelle Bercot, Drama, Frankreich, 2013)

Catherine Deneuve steht rauchend am Straßenrand und denkt über das Leben nach.

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„Ich bin dann mal weg“ oder nur mal eben Zigaretten holen, so könnte man dieses Lebens-Roadmovie bezeichnen. Bettie (Catherine Deneuve) ist jetzt 60 Jahre alt, und die guten Zeiten, als sie Miss Bretagne 1969 war,  sind längst vorbei. Ihr Liebesleben liegt brach, ihr Restaurant liegt kurz vor dem Konkurs, und dazu muss sie ihre sehr unerträgliche Mutter ertragen. Selbst mit 60 Jahren bleibt man für die Mutter immer das Kind. Bettie ist von ihrem Leben sehr genervt, es ist die Zeit gekommen einfach mal eine Fahrt ins unbekannte zu wagen. Ein Roadtrip mit Blick ins Unbekannte und Zukünftige, aber auch eine Reflexion ihres bisherigen Lebens. Wenn das Nervenkostüm Tango tanzt, ist nichts entspannender, als eine entspannte Zigarette, mit einem Blick in die Ferne. (mehr …)

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Lone Survivor | Kurzkritik | BlogGedanken

Lone Survivor (Peter Berg, Kriegsfilm, USA, 2013)

lone-survivor-poster-dtGewalt ist ein Hilferuf und keine Lösung.

Film-Vorsätze für 2015, gibt es sowas ? Ja gibt es, für mich schon. Mir ist es eigentlich sehr egal, für wie viele Oscars dieser Film nominiert war. Sicherlich scheint die Botschaft verstanden, wir sind alles Brüder und sollten uns die Hand reichen, in Frieden, egal welcher Religion oder Rasse jemand angehört. Schenke jemanden das Leben, und du wirst beschenkt. Der Mensch hat ein wunderbares Geschenk zur Konfliktlösung von der Natur bekommen, es nennt sich Sprache. In „Lone Survivor“ sprechen 40 Minuten der tödliche Klang der Waffen eine vernichtende Sprache, um sich dann endlich die Hand zu reichen. Damit es dann wirklich jeder Amerikaner schnallt – der Film war ein Hit in den USA, werden dann im Abspann die folgenden Sätze nachgereicht. (mehr …)

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Vergiss mein nicht! | Jim Carrey | Kate Winslet | KurzKritik

Eternal Sunshine of the Spotless Mind – Vergiss mein nicht! (Michel Gondry, Drama, Komödie, Sci-Fi, USA, 2004)

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Du kannst jemanden aus deinem Gedächtnis löschen. Ihn aus deinem Herzen zu verbannen, ist eine andere Geschichte …

Gelegentlich mache ich auch mal einen Abstecher in die USA-Filmwelt – besonders bei einem FilmTipp der von Herzen gekommen ist. Von dem sehr vielseitigen und fantastischen Schauspieler Jim Carrey kann ich da nur schwer die Finger lassen. Sein Repertoire an Mimik, und die Art wie sein gesamter Körper eine Rolle spielen, sind unerreicht großartig. Sicherlich kann Jim Carrey auch richtig anstrengend auf der Leinwand sein, besonders wenn er einen Turbolader verschluckt hat, dieses ist hier aber nicht der Fall. (mehr …)

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Hannas Reise | Kritik

Hannas Reise (Julia von Heinz, Drama, Deutschland, 2013)

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„Jetzt, wo euch langsam die Überlebenden ausgehen, stürzt ihr euch auf die Behinderten?“

Ein Zitat aus „Hannas Reise“, bei dem mir augenblicklich der Atem für einen Moment stillsteht. Die BWL-Studentin Hanna Eggert (Karoline Schuch) findet sich kurzer Hand in einem Behindertendorf in Tel Aviv zu einem sozialen Praktikum wieder. Nach dem Motto, Juden machen sich gut in einer Bewerbung, und behinderte Juden punkten da Extra.

Darf man über Holocaust Witze machen ? Ich kann die junge Regisseurin Julia von Heinz auf der einen Seite verstehen, einen Film aus deutscher Hand über die deutsch-jüdische Beziehung machen zu wollen, welcher mal ohne die Melancholische-Brechstange auskommt. Der Ansatz der Regisseurin war, sich an einer Komödie zu versuchen, um dem Thema Holocaust die Schwerlast zu nehmen. (mehr …)

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Sag nicht, wer du bist! – Tom à la ferme | Xavier Dolan | Kritik

Sag nicht, wer du bist! (Xavier Dolan, Psychothriller, Drama, Frankreich, Kanada, 2013)

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Heute ist es, als würde ein Teil von mir Sterben, und es gelingt mir nicht zu weinen. Ich habe die Worte vergessen mit denen man sie umschreibt „Die Trauer“.
Jetzt, ohne dich, ist alles was uns bleibt, dich zu ersetzen.

Dieses sind die Worte von Tom (Xavier Dolan), welche er ganz zu Beginn des Films Sag nicht, wer du bist! leise vor sich hinflüstert, während er sie auf ein Papiertaschentuch schreibt. Der Frankokanadier Xavier Dolan, welcher schon mit vier Jahren das erste Mal vor der Kamera stand, hat mit seinen gerade mal 25 Jahren seinen fünften Kinofilm abgeliefert. Aktuell ist sein Film Mommy, bei welchem er auch Regie geführt hat und das Drehbuch geschrieben, in den Kinos zu sehen. (mehr …)

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Tao Jie | Kritik

Tao Jie – Ein einfaches Leben (Drama, China, Hongkong, 2011)

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Eine Komposition über den Herbst des Lebens haben schon viele Regisseure versucht zu dirigieren. Aus deutscher Hand klingt solch eine Komposition dann entweder oft so schwermütig wie die russischen Wolgaschlepper oder wie der lächerliche Lauf in Turnschuhen aus dem Altersheim heraus, beides unerträglich.

Leise und bedächtig bringt die Komponistin Ann Hui die Töne des Älterwerdens, den Klang, die Würde und die Achtung vor dem Alter vor der Leinwand feinfühlig zum schwingen. (mehr …)

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Detour | Kritik

Detour (Severin Eskeland, Horror Thriller, Norwegen, 2009)

In Bezug auf Horrorfilme, so langsam kapituliere ich.

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Am intensivsten höre ich meinen FilmHerzschlag bei skandinavischem Kino. Es ist eine Filmwelt, welche mich unglaublich bereichert. Ohne Film aus Skandinavien, würde es diesen Filmblog nicht geben, da bin ich mir sehr sicher. Horror ist ein Genre, welches mich in meiner Kindheit unglaublich geprägt hat. Die immense psychologische Tiefenwirkung von Horrorfilmen, ich kann sie heute noch im ganzen Körper spüren. Horror ist ein Genre, welcher mich auch heute noch sehr fasziniert. Immer wieder unternehme ich Versuche, die Psychologie des Horrors auch in heutigen Filmen fühlen zu können. (mehr …)

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Über-Ich und Du | Benjamin Heisenberg | Rating

Über-Ich und Du (Benjamin Heisenberg, Komödie, DE, CH, AT, 2013)

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Es stöhnt und ächzt die Leinwand aus dem Zimmer, geht es wirklich schlimmer ? 

Es tut mir Leid, aber man darf dem Regisseur Benjamin Heisenberg, Enkel des Physikers Werner Heisenberg, gratulieren. Würde es einen Nobelpreis für komplett „Unterhaltungsfreie Filme“ geben, er hätte sich diesen wirklich sehr verdient. Jede Minute Film eine unendliche Quälerei, so etwas muss man erst mal nachmachen, meine Hochachtung Herr Heisenberg. (mehr …)

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Papa Gold | Tom Lass | Gedanken | Kritik

Papa Gold (Tom Lass, Drama, Deutschland, 2010)

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Das deutsche Kino ist ein rosa Duracell-Hase ? !

Die Besonderheit dieses Films liegt in der ungewöhnlichen Umsetzung des eher gewöhnlichen Plots. Mit einem minimalen Budget von nur 2.500 € realisierte der 27-jährige Schauspieler Tom Lass sein Spielfilmdebut und verzichtete dabei bewusst auf ein Drehbuch. (Kinozeit)

Wie intensiv ein Film sein kann, in dem die Schauspieler, gemeinsam mit dem Regisseur, einen Film – die Dialoge – auf Basis eines Szenenskeletts erarbeiten, ist unter prominenter Regie von Andreas Dresen, in „Halt auf freier Strecke“ jedem bekannt. Niemals hätte der Film so authentisch das Leben zeichnend funktionieren können, ohne die Improvisation, im Kollektiv, von Regisseur und den Schauspielern. (mehr …)

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Monsieur Claude und seine Töchter | Kritik

Monsieur Claude und seine Töchter (Komödie, Frankreich, 2014)

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Die Angst vor fremden Kulturen

„Die Familienkomödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ stellt die Xenophobie der französischen Bourgeoisie ins Zentrum. Doch der Film hat selbst ein Rassismusproblem … Der Zuschauer muss die Ausgangssituation einer durch ‚fremde‘ Schwiegersöhne vom Schicksal gebeutelten Familie als Problemlage akzeptieren, um im Folgenden mitzulachen und mitzufiebern. Alltagsrassismus wird als Identifikationsbasis vorausgesetzt. Der Film macht sich nämlich nicht über Vorurteile lustig, er basiert auf ihnen.“ (Zeit.de) (mehr …)

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DIE GROSSE VERSUCHUNG | Brendan Gleeson | Kritik

Die große Versuchung (Don McKellar, Drama, Komödie, 2014)

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Aussterben spielen können wir auch später

Willkommen in Tickle Head, ein malerisch schöner Hafen auf einer Insel vor Neufundland. Ein wunderschönes Küstenstädtchen, welches bei mir sofortiges Fernweh erzeugt, am liebsten würde ich sofort meine Koffer packen und dort leben. Doch hier haben wir es mehr mit „Houston, wir haben ein Problem“ zutun. Die Großkonzerne haben die Meere längst leergefischt, ein Überleben durch die Fischerei ist unmöglich. Passiert hier nicht schnell was, wird dieses wunderbare Küstenstädtchen, wie schon so viele vergleichbare Orte, aussterben. Einzige Rettung, ein Ölkonzern muss in das kleine Dorf investieren, und eine Firma in das Dorf einpflanzen, damit die Menschen Arbeit haben, und nicht in der nächst gelegenen Stadt arbeiten müssen. (mehr …)

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Chasing the Wind | Rune Denstad Langlo | Kritik

(OT Jag etter vind, Rune Denstad Langlo, Drama, Norwegen,2013)

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Der Lebensklang von Wind und Meer

Mit „Chasing the Wind“ gelingt dem Regisseur des preisgekrönten, skurrilen Roadmovies ‚Nord‘ (Norwegen 2009), Rune Denstad Langlo, ein so melancholischer wie humorvoller Film über die Unmöglichkeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, und die Möglichkeit, trotzdem im Heute anzukommen.

„Chasing the Wind“ ist ein wohltuend leiser Film, in dem besonders der verbitterte Großvater Johannes, gespielt von Sven-Bertil Taube, zu überzeugen weiß. Anna, gespielt von Marie Blokhus – ihre erste Hauptrolle-, erlebt durch den Tod ihrer Großmutter, und die Reise in dieses wunderschöne norwegische Heimatdorf am Meer (mehr …)

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Zeit der Kannibalen | Devid Striesow | Kritik

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Kapitalisten sind Mörder ? 

In Bezug auf abgewichste Kapitalisten, bleibt der Gedanke der Parallele an das Meisterwerk „Yella“ von Christian Petzold nicht aus. Dort wie hier, in „Zeit der Kannibalen“, spielt Devid Striesow einen entmenschlichten Unternehmensberater. Hier reden wir aber über ganz andere Dimensionen, die Ausbeutung des Menschen durch Kapitalismus, bis der letzte Tropfen Blutgeld den Kontostand bereichert hat. Frank Öllers (Devid Striesow) lebt als Unternehmensberater in einer virtuellen Komfortzone, hinter der Dreifachverglasung des Hotelzimmers. (mehr …)

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Rosie | Marcel Gisler | Sibylle Brunner | Rating

Rosie (Marcel Gisler, Drama, Schweiz, 2013)

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Der schweizer Regisseur Marcel Gisler komponiert hier gekonnt leise, frisch und unaufgeregt eine Symphonie über das Leben, über den Herbst des Lebens, über den zweiten Frühling in Bezug auf universelle Liebe, mit der Heiterkeit eines Schlückchens zwischendurch.

Rosie, grandios gespielt von Sibylle Brunner, eine zum Verlieben großartige Besetzung 😀 Ein Film den man gerne veratmet, wie das echte Leben 😀

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